5 Dinge die du über die Paleo Diät noch nicht wusstest

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1. Nach der Umstellung kann man sich zunächst „schlechter“ fühlen

Ohne Zweifel profitieren viele Menschen von der Paleo Diät. Einige merken nach der Umstellung sehr schnelle Erfolge. Mehr Energie, weniger Beschwerden und die ersten Kilos weniger auf der Waage sind oftmals Resultate schon nach ein bis zwei Wochen. Dazu kann man nur gratulieren. Es gibt aber auch Menschen, denen geht es zu Beginn ihrer Umstellung auf die Paleo Diät zunächst gar nicht so gut. Woran liegt das?

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Mögliche Symptome bei einer Nahrungsumstellung

  • Verdauungsprobleme / Durchfall
  • Wenig Energie/ Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Heißhunger auf Zucker und Getreide
  • Stimmungsschwankungen

Die Rolle deiner bisherigen Ernährung

Entscheidend ist die Ausgangssituation einer Person und das Essverhalten vor der Paleo Diät. Viele Menschen sind angepasst an eine sehr stärke- und zuckerhaltige Ernährung, mit wenig Ballaststoffen und tendenziell wenig Fett. Somit sind auch die Organe, besonders der Verdauungstrakt an diese Situation adaptiert. In unserem Darm leben ca. 2 kg Mikroorganismen, die sich entsprechend der Ernährung ausdifferenziert haben. Die Darmflora ist dementsprechend wenig erfreut, wenn sie plötzlich nicht mehr das gewohnte „Futter“ bekommt und rebelliert vorerst.

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Infos zur Darmflora

Die Art der Ernährung spielt für die Zusammensetzung der Darmflora bezüglich der vorherrschenden Bakterienspezies eine entscheidende Rolle. Eine Beteiligung zur Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten wird aktuell immer mehr erforscht und wahrscheinlicher.

Zudem ist die Tatsache entscheidend, dass die meisten Menschen Getreide- und Milchesser waren, bevor sie umstellen. In diesen Erzeugnissen finden sich sogenannte Exorphine. Das sind sind bioaktive Nahrungspeptide mit Opiatwirkung. Das heißt sie wirken ähnlich wie Drogen auf den Organismus, indem sie unser Belohnungszentrum positiv stimulieren.

Sie finden sich vor allem als Bestandteil von Milchproteinen wie Casein, -Lactalbumin und -Lactoglobulin, sowie in Hämoglobin und pflanzlichen Proteinen wie Gluten, Gliadin, Sojaprotein und Spinat-Rubisco. Aus diesen Vorläufermolekülen entstehen Exorphine während der Verdauung im Körper. Werden nun diese Lebensmittel schlagartig abgesetzt, entstehen regelrechte Entzugssymptome. Zudem haben Exorphine eine durchfallhemmende Eigenschaften durch lokale Wirkungen im Verdauungstrakt (Quelle)

Empfehlung:

An dieser Stelle ist schlicht etwas Geduld geboten. Der Körper muss sich zunächst regulieren. Eine langsame Umstellung ist zudem für viele Menschen schonender und senkt die Abbruchrate. Zudem empfehle ich sich viel an der frischen Luft und unter freiem Himmel zu bewegen.

2. Die Paleo Diät ist KEINE Low carb Diät

Viele Menschen sind der Meinung, dass eine Diät heute bedeutet weniger Kohlenhydrate zu essen. Sie gelten heute als die „bösen“ Zutaten unserer modernen Ernährung. Aus der Persepektive der Paleo Diät ist dieses Thema allerdings etwas vielseitiger zu betrachten.

JA, es stimmt heute lebende Menschen konsumieren eindeutig zu viele schnelle Kohlenhydrate in Form von Gebäck, Pasta, Süßigkeiten, süßen Getränken usw.. Daraus resultieren viele negative Folgen, wie du in meinem Artikel Die Folgen von hohem Zuckerkonsum nachlesen kannst. Somit stellt die Paleo Diät an dieser Stelle eine Anpassung, einen Shift in Richtung weniger Kohlenhydrate dar.

Paleo bedeutet nicht Low Carb!

Auf der anderen Seite gehören Kohlenhydrate seit Anbeginn der Menschheit zu unserem Speiseplan. Allerdings variiert der Anteil an der Gesamternährung dabei stark. Der Anteil an Pflanzen (Kohlenhydraten) in der menschlichen Ernährung war stets abhängig von der Region bzw. dem Breitengrad. Ethnographische Befunde zeigen, dass der Anteil an pflanzlicher Nahrung zwischen 0 und 85% schwankt (Quelle) .

In der Paleo Diät werden natürlich Kohlenhydrate gegessen, auch wenn der Körper streng genommen auf diese Energieform nicht angewiesen wäre. Ohne Zweifel liefern viele Kohlenhydratquellen (Obst & Gemüse) sehr viele weitere Mikronährstoffe. Und auch unser Gehirn bevorzugt diese Form der Energiequelle. Somit sind Kohlenhydrate nicht unser Feind.

NEIN, Paleo essen bedeutet nicht „wenig Kohlenhydrate“ zu essen, allerdings änderst sich oftmals die Quelle der Kohlenhydrate und bei vielen nicht zuletzt die absolute Menge in den Mahlzeiten. Durch mehr gesunde Fette und Proteine in den Mahlzeiten wird unser Stoffwechsel angeregt und erzeugt über andere Wege Energie, was letztlich unserer Gesundheit zu Gute kommt.

Weitere Details erfährst du im Artikel: Ist Paleo eine Low Carb Diät?

3. Paleo ist mehr als nur Ernährung

Zweifelsohne geht der Paleo Gedanke über das Thema Ernährung hinaus. Viele Paleo Diätler haben Paleo zu ihrem Lifestyle gemacht. In der Summe geht es dabei um die Frage nach einem besseren, gesünderen oder ausgeglicheneren Lebensstil. Menschen die Paleo leben, beschäftigen sich neben der Ernährung mit Aspekten der Stressregulation, der gesunden Bewegung, mit der Natur oder nachhaltigen Landwirtschaft. Für mich macht dieser Aspekt den wesentlichen Reiz von Paleo aus. Paleo vereint somit viele Interessen und macht es zu einem ganzheitlichen Konzept.

Stress, ein großer Einflussfaktor

Außerdem sind die Erfolge im Bereich der Prävention oder „Therapie“ von chronischen Erkrankungen hervorzuheben. Immer mehr Menschen berichten von einen verbesserten Lebensgefühl oder einer Linderung ihrer Symptome durch Paleo. Nicht wenige Experten vergleichen die Paleo Diät mit einer „Gesundheitskur“. Ich kann mich diesem Gedanken nur anschließen. Meine allergischen Beschwerden sind seitdem ich Paleo in mein Leben geführt habe Vergangenheit. Zudem berichten mir Kunden, die zuvor Gelenkbeschwerden, Darmprobleme oder Hautprobleme hatten von grandiosen Erfolgen mit der Paleo Diät.

Die Ernährung hat hier mit Sicherheit einen hohen Stellenwert, allerdings sind die Effekte von ausreichend Bewegung, Stressverminderung und Entspannung mindestens genauso hervorzuheben.

Zudem kann man mit der Paleo Diät seinen individuellen Beitrag zu einer besseren Welt leisten, indem man Produkte aus der Massentierhaltung und Monokultur vermeidet und lokale Erzeuger unterstützt. Zu guter Letzt tut man so auch noch etwas für unser Klima, denn regional und saisonal bedeutet weniger CO 2 Ausstoß für unseren Planeten.

4. Paleo Diät geht auch ohne Fleisch

Ja es gibt sie, die Paleo Diätler, die kein Fleisch essen. Aus meiner Sicht nicht unbedingt einfacher und gesünder als sich in Maßen mit ökologisch-biologischen Fleischprodukten zu ernähren, aber für Menschen, die moralisch ihre Bedenken haben überhaupt Tiere zu essen, eine Alternative. Das breite Gemüsesortiment macht es möglich. Eier können einen großen Anteil dazu beitragen, dass auch diese Variante gut funktioniert.

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Ich denke der Spielraum für seine eigene Paleo Diät sollte immer gegeben sein. Für den einen bedeutet es eben kein Fleisch zu essen, dafür aber ab und zu Fisch und Eier. Wieder ein anderer isst vielleicht in moderaten Mengen eiweißreiche Hülsenfrüchte, die wenn sie vernünftig verarbeitet wurden z.B. durch Fermentation durchaus „paleo-gerecht“ sein können.

Ich persönlich esse Fleisch, allerdings heute weniger Fleisch als vor der Paleo Diät. Wichtig ist mir eine biologische Aufzucht. Ich esse überdies sehr gerne Fisch und Eier, lege aber auch „vegetarische“ Tage ein. Jeder sollte hier seine eigene Philosophie begründen und die Paleo Idee mehr als eine Art „Vorlage“ und weniger als Dogma betrachten.

5. Du musst nicht 100% Paleo leben, um von den Effekten zu profitieren

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es auch ohne 100% Paleo zu deutlichen Effekten für die eigene Gesundheit kommt. Wir leben im 21. Jahrhundert. Viele von uns in Städten. Überall verbergen sich Versuchungen, die unseren Gehirn suggerieren: „Essen solange und soviel wie da ist“! Wer wird da nicht an der ein oder anderen Stelle schwach. Darüber hinaus gibt es Situationen in denen es einfach Spaß macht zu schlemmen oder zu sündigen.

Allerdings ist es sehr erfahrungs- und lehrreich eine gewisse Zeit im Leben 100% zu gehen, um die Vor- und Nachteile am eigenen Leib zu spüren. Ob am Ende 50, 70 oder 100% Paleo stehe bleiben ist dann oftmals nur noch Nebensache und eben von individuellen Faktoren abhängig.

Fest steht, Stress ist mindestens genauso, wenn nicht schlimmer als sich schlecht zu ernähren. Deshalb sollte man sich nicht unnötig unter Druck setzen, wenn man hier und da etwas außer der Reihe isst. Und wer kennt sie nicht die „dummen“ Fragen von Freunden oder Bekannten, wenn man etwas in ihren Augen exotisches bestellt oder sich verweigert !?
Manche Menschen können an solchen Situationen wachsen, andere Menschen verlieren so ihr Selbstbewusstsein. Diesen Menschen möchte ich zurufen: „Es ist okay, wenn du ab und zu schlemmst!“ So wird der Geist beruhigt und man kann uneingeschränkt sozialen Aktivitäten nachgehen.

Ich selber und somit Prinzip Paleo berücksichtigen die 5 Aspekte, sei es im eigenen Verständnis oder in der Konzeption und Hilfestellungen auf Prinzip Paleo.

In diesem Sinne viel Spaß beim selbst probieren und Entdecken deines natürlichen Potentials!

Weitere Informationen gibt es hier:

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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