Animal Moves Serie: Tiger und Krabbe, Beast and Crab Walk

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Das Wunder der Bewegung

„Was motiviert Menschen ursprünglich, sich zu bewegen?“ Diese Frage zu beantworten ist sicherlich eine der Elementarfragen der Bewegungs- und Gesundheitsforschung in Zeiten einer technisierten Lebenswelt. Ich stelle mir diese Frage in meiner Arbeit mit Patienten und Klienten immer wieder neu. Schauen wir zunächst bei den Jüngsten und Kleinsten unserer Gesellschaft nach, den Kindern. Diese haben offenbar noch eine innere Stimme, die sie zur Bewegung motiviert. Es existiert offensichtlich ein natürlicher Drang zur Bewegung. Falls du Kinder hast, wirst du wissen, was ich meine.
Sobald wir auf der Welt sind, fangen wir an zu üben. Besonders das erste Jahr zeigt motorisch betrachtet eine faszinierende Entwicklung. Wenn wir auf die Welt kommen, dominieren überwiegend Reflexe und spontan gesteuerte Bewegungen. Nach und nach entwickeln wir uns weiter zu einem Bewegungsexperten, der sich sehr differenziert bewegen kann. Gehen wir weiter in der Beobachtung eines Kindes, stellen wir fest, dass bei den meisten Kindern der Bewegungsdrang, in den ersten Lebensjahren, sehr stark ausgeprägt ist. Oft kommt er erst mit der Schullaufbahn etwas zur Ruhe. Kinder kommen also mit bestimmten Anlagen zur Welt, die Bewegung möglich machen. Dabei rufen Kinder ihr Bewegungs Potenzial permanent ab.

Dahinter steckt aus meiner Sicht eine erste Ausbildung der Fähig- und Fertigkeiten, die wir als Jäger und Sammler zum Überleben brauchen oder gebraucht haben. Durch das permanente sensomotorische Bewegungslernen prägen sich komplexe Bewegungsmuster aus, wie man sie beispielsweise für eine Jagd braucht. Grob kann man sich das Ganze so vorstellen: Unser Körper kommt mit einem Nervensystem zur Welt, das quasi noch unbeschrieben ist. Es werden nun über diverse Sinne Informationen aus der Umwelt aufgenommen und verarbeitet. Zum Beispiel werden über Druckrezeptoren in der Haut diverse Druckreize des Bodens aufgenommen. Und es werden optische Signale über das Auge und den Sehnerv aufgenommen. Gleichzeitig werden Informationen über spezielle Gelenkrezeptoren verarbeitet. Man spricht hier auch von Tiefensensibilität (Propriozeption). In jeder Sekunde werden unzählige dieser Sinnesinformationen in unserem Nervensystem verarbeitet. Am Ende werden alle Signale im Gehirn, der Kommandozentrale, ausgewertet und abgespeichert. In bestimmten Hirnregionen werden diese Informationen aus der sogenannten Peripherie zusammengeschrieben und hinterlegt. Hört sich alles sehr „technisch“ an, nicht wahr?…” (Auszug aus meinem Buch: PALEO FITNESS – Der Trend zu natürlicher Bewegung und Regeneration. Mehr zum Buch erfährst du hier

Mit den Animal Moves Altes neu beginnen

Mit den Animal Moves nehmen wir Positionen ein, die wir schon als Kind erlernt haben. Wir gehen also regelrecht zurück zum Anfang und reaktivieren diese Bewegungsmuster neu. Der Vorteil ist, es braucht nicht lange und die Bewegungen sind wieder präsent. Neben viel Spaß und Freude beim Training, profitieren wir davon in vielerlei Hinsicht. Es werden Muskeln im Rumpf angesprochen, die uns im Alltag ebenso förderlich sind. Dadurch wird unsere Wirbelsäule optimal geschützt und unterstützt, was wiederum Schmerzen vorbeugt. Wer eine starke Körpermitte, auch hara, genannt besitzt ist zudem besser geschützt vor Sportverletzungen und dabei noch leistungsfähiger. Zeit also den Animal Moves etwas Zeit zu widmen.

In ersten Teil der Serie ging es um den Bärengang oder Bear Crawl. Ein Video und weitere Hintergrundinformationen zum Thema Animal Moves kannst du hier noch einmal nachlesen.

Der Tiger (Beast)

Der Tiger bewegt sich elegant, ist kräftig und wendig. Er ist Inbegriff von ästhetischer Bewegung auf allen Vieren. Aus dem Vierfüßlerstand heraus werden die Knie ein paar Zentimeter über dem Boden angehoben. Die Wirbelsäule kann stabil gehalten werden um die Rumpfkraft zu fördern. Ebenso kann der Tiger sehr weich und mit mehr Rotation in der Wirbelsäule fortschreiten.
Er kann sich wie die meisten dynamischen Animal Moves sagittal (nach vorne oder hinten ausgerichtet) oder frontal (zu den Seiten) bewegen. Er ist der Inbegriff von variabler Bewegung aus dem Vierfüßlerstand. Dabei werden vor allem die Koordination zwischen Armen und Beinen und die Rumpfspannung (Core-Training) gefördert.

Die Krabbe (Crab Walk)

Die Krabbe ergänzt den Tiger optimal. Sie ist ebenfalls ein Animal, welches sich quadrupedal, also auf Händen und Füßen fortbewegt. Sie erfordert etwas weniger Kraft im Oberkörper, dafür aber mehr Geschicklichkeit beim Richtungswechsel oder Übergang zu einem anderen Animal Move (Transition).

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Quadrupedie

Die Quadrupedie ist die vierbeinige Art der Fortbewegung bei landlebenden Wirbeltieren. Eine auf alle vier Extremitäten gestützte Fortbewegungsweise ist der plesiomorphe Zustand für die Landwirbeltiere, wurde aber bei einigen Gruppen auch sekundär wieder erworben.
Quelle: Wikipedia

Gestärkt werden vor allem die Oberarmrückseite (Trizeps), daneben werden der Rumpf und die Wirbelsäule reflektorisch stabilisiert. Sehr gut bewegt sich die Krabbe auch rückwärts oder seitwärts.

Die perfekte Kombination: Tiger und Krabbengang

Wer die beiden Animal Moves Tiger und Krabbengang beherrscht, kann diese beiden Animal Moves optimal kombinieren. Die Möglichkeiten diese beiden Moves miteinander zu kombinieren sind dabei sehr groß.
Im Video zeige ich dir einige Möglichkeiten dafür. Grundsätzlich gibt es lineare Kombinationen in eine Richtung (vorwärts/ rückwärts) mit einer Wende oder Übergänge mit Richtungswechsel. Mit etwas Übung entsteht so ein richtiger Bewegungs Flow. Keep it playfull!

Du willst mehr zum Thema Animal Moves erfahren und sie aus erster Hand erlernen?
Auf dem Paleo Retreat: Essential Move gibt es einen Workshop zum Thema. Alle Infos zum Workshop und zur Veranstaltung findest du hier:
https://paleoretreat.de/paleo-retreat-essential-movement/

Join the tribe. Move & Chill

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler
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