Deshalb sollte es Bewegung unbedingt auf Rezept geben

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Vom “Wundermittel” Bewegung

Es ist eigentlich hinlänglich bekannt, dass Bewegung oder körperliche Aktivität die Gesundheit positiv beeinflussen. Sowohl bereits kranke Menschen, als auch gesunde Menschen jeden Alters profitieren von den weitreichenden Effekten, die uns die Bewegung bietet.

Die Liste der Vorteile ist lang:

  • Bewegung vermindert das Risiko einer Herzerkrankung mit ihren Folgen wie Herzinfarkt oder chronischem Herzversagen
  • Zudem wirkt sich Bewegung positiv auf den Stoffwechsel aus und verbessert eine ganze Reihe von Blutwerten und Parametern, darunter z.B. Bluthochdruck, blutzucker und Blutfette
  • Es schützt dich vor Diabetes und Übergewicht.
  • Zudem steht körperliche Bewegung mit einer geringeren Krebshäufigkeit in Verbindung und hat einen günstigen Einfluss auf den Verlauf von Tumorerkrankungen.
  • Vor allem für den Brustkrebs und den Darmkrebs ist körperliche Bewegung als schützender Faktor gut belegt.
  • Bewegung wirkt sich positiv auf unsere Stimmung aus und wirkt chronischem Stress entgegen.

Die Liste ist längst nicht vollständig, vermittelt aber eine ersten Eindruck. Wenn du mich fragen würdest: “Was ist das beste Allheilmittel auf diesem Planeten würde ich schlicht antworten: “Bewegung”.

Leider wird diese “einfache” Methode immer weniger genutzt. Menschen sitzen lieber auf ihrem Hintern, anstatt ihren Körper zu benutzen. Viele Menschen bewegen sich nur noch 30 Minuten auf den eigenen Beinen am Tag! Ist das im Sinne des Erfinders? Wohl kaum.

Der Körper und sein Skelett, sein Muskelapparat sowie Nerven und Herz-Kreislaufsystem haben sich seit der Steinzeit nicht wesentlich verändert. Was sich verändert hat ist unsere Umwelt und somit auch unser Verhalten.

Das Überangebot an Nahrung sowie die immer fortschreitende Technisierung unserer Umwelt. führen immer weiter dazu, dass wir die Anlagen von Mutter Natur nicht mehr ausnutzen.

Schade eigentlich, denn bereits eine moderate, ausdauernde körperliche Aktivität (Walken, Joggen, Schwimmen, Radfahren) von 150 Minuten/ Woche ist laut WHO sehr gesundheitsförderlich. Wer zudem mindestens 75 Minuten einer intensiven, körperlichen Aktivität (Krafttraining, Körpereigengewichtsübungen, Paleo Fitness) nachgeht, profitiert weiter von dem “Wundermittel Bewegung”.

Muskeln mehr als nur Werkzeuge für Bewegung

Unsere Muskulatur ist das ausführende Organ, wenn es um Bewegung geht. Oder einfach gesagt: Ohne Muskelfunktion keine Bewegung. Leider verlieren wir jedes Jahr ein bisschen dieser wertvollen Masse. Man nimmt an, dass ein erwachsener Mensch ab dem 30. Lebensjahr im Mittel alle zehn Jahre ca. 4-5% seiner Muskelmasse abbaut. Bis zum 80. Lebensjahr sind das satte 25 Prozent, die ein Mensch an Muskeln verliert. Gerade im Alter zwischen 50 und 60 beobachtet man den größten Muskelabbau. Die Gefahr durch Inaktivität z.B. durch eine Operation oder einen Infekt, wo Menschen dann noch 1-2 Wochen im bett liegen, kann den Muskelabbau zudem enorm befördern. Teilweise werden bis zu 30% an Muskelmasse abgebaut. Die Hauptgefahr ist aber ein bewegungsarmer Alltag, der den Muskelabbau schleichend ermöglicht.

Wieviel hast du dich heute schon bewegt? Nimmst du die Treppe oder den Fahrstuhl? Das Fahrrad oder doch lieber das Auto zum Einkaufen?

Dramatische Tendenzen, denn unsere Muskelmasse ist wichtig um gesund alt zu werden. Sie spielt eine wichtige Rolle für die Psyche und das Immunsystem. Denn ähnlich wie andere organe, können Muskeln bestimmte Stoffe ausschütten, die uns gesünder werden lassen. Die immer besser erforschten Myokine sind Botenstoffe, die bestimmte Prozesse im Körper aktivieren.

Sie helfen dem Körper z.B.:

  • bei Entzündungsprozessen
  • beim Wachstum der Muskulatur
  • bei der Fettverbrennung

Auch die neuro-psychologischen Effekte der Myokine werden aktuell erforscht, zum Beispiel wird ein Zusammenhang zwischen Depression oder Alzheimer (Quelle) und den Myokinen gesehen.

Der Vorteil liegt also auf der Hand. Bauen wir Muskelmasse auf (bzw. diese NICHT ab), erreichen wir weitreichende gesundheitliche Effekte.

Der Körper reagiert lebenslang auf Bewegung

Spannend ist auch der Aspekt, dass Bewegung nahezu ein Leben lang erlernbar ist.
Jeder relativ gesunde Mensch kann sich neue Bewegungsformen und Muster aneignen. Das bedeutet, egal wie du dich Bewegen willst, du kannst es Erlernen. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

Wiederholen wir eine Bewegung immer wieder und über einen bestimmten Zeitraum regen wir unser Gehirn an, neue Verbindungen einzugehen und “Bewegungsprogramme zu schreiben”. Auf schlau heißt das dann Neurogenese.

Entsprechende Bewegungen sollten dafür so oft wie möglich wiederholt werden. Wenn du also keine Lust hast auf ein Fitnessstudio macht das überhaupt nicht. Du kannst ebenso anfangen zu Tanzen, Tai Chi zu betreiben, Klettern zu gehen oder im Wald über Stock und Stein zu Laufen.

Um den größtmöglichen Effekt zu haben sollte eine Bewegung neben seinen Einzelbewegungen, primär in der Gesamtheit praktiziert werden. Also eine Stein zu werfen ist besser als den Arm schlicht zu strecken oder zu beugen.

Die Umgebung beeinflusst zudem deine Bewegungsmuster und dein gesamtes Bewegungsverhalten. Wichtig ist es also auch sich den Raum für ausführliche Bewegung zu schaffen.

Ich denke das Wissen über das Thema Bewegung und seine Mechanismen hilft dir eine Motivation zu erschaffen, die dein Verhalten ändern kann. Bedenke einfach alle Formen von Bewegung aktivieren deine Muskeln in positiver Weise. Jede Form der Bewegung kann erlernt und entsprechend weiterentwickelt werden.

Der Mensch ist einfach ein Bewegungstier.

Klar, Alles hat seine Grenzen, aber bist du schon an diesen Grenzen angekommen?

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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