Die Paleo Diät – ein riesengroßes Missverständnis!?

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Was die Paleo Diät nicht ist

Immer wieder begegnet es mir. Die Argumentation „Paleo und Essen nach der Steinzeit Diät sind heute nicht realistisch und auch nicht gesund.“ Diesen Leute rufe ich an dieser Stell zu: JA, ihr habt ja so Recht!

Aber damit keine Verwirrung entsteht, warum ich jetzt anfange die Steinzeit Diät zu verwettern, lieber ganz von vorne.

Okay Paleo ist ein Begriff der sich von dem Wort Paläolithikum ableitet, was so viel meint wie Altsteinzeit, welche vor ca. 2,6 Millionen Jahren beginnt. Punkt. Heißt das dass wir Paleoaner deshalb wieder wie in der Steinzeit leben sollten? NEIN!

Der erste Fehler ist also bereits gemacht, wenn man das Ganze zu wörtlich nimmt. Klar unsere Gene haben sich im wesentlichen nicht all zu sehr verändert, wir sehen auch immer noch fast identisch aus und soweiter, aber darum soll es heute überhaupt nicht gehen.

Paleo = Leben wie in der Steinzeit?

Um in ein anderes Fahrwasser zu kommen vielleicht ein paar Worte zu meiner ersten Assoziation des Begriffs Paleo.

Als ich da erste Mal von der Steinzeit Diät erfuhr, dachte ich auch „Toll, jetzt also doch Blut trinken, rohes Fleisch essen und Pilze sammeln gehen. Wenn man das Wort Paleo also sehr genau nimmt ist das mit Sicherheit das Szenario, dass bei vielen Menschen vorherrscht. Rein Faktenorientiert auch völlig in Ordnung. Sind das aber die Ideale eines modernen Paleoaners?

Weiter im Text. Die steinzeitliche Ernährung war natürlich sehr abhängig vom Standort und den gegebenen Bedingungen. Oder mit anderen Worten der Steinzeitmensch hat das gegessen, was er bekommen hat. Oftmals roh, unverarbeitet und nicht immer ganz frisch. Ich denke da Mindesthaltbarkeitsdatum wurde des öfteren überschritten 😉

Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit, gab es dadurch auch viele Infektionen, aber was sollte man machen!? Der Stärkste, also der mit dem besten Immunsystem überlebte eben.

Zudem gibt es nicht DIE Steinzeit Ernährung. In kälteren Zonen waren es eher tierische Produkte, in der Savanne ebenso, in wärmeren Zonen dann zunehmend Früchte und Wildgemüse, was man zubereiten konnte. Gelebt haben sie alle, was den Aspekt nach der Frage ob man mehr tierische oder mehr pflanzliche Nahrung essen soll, heute in ein anderes Licht rückt.

Fest steht wohl auch, dass viele der heute kultivierten Pflanzen zur Steinzeit noch nicht verfügbar oder sogar giftig waren. Die Wildpflanzen mussten erst über mehrere Generationen genießbar gezüchtet werden. Auf der anderen Seite waren Wildfrüchte mit Sicherheit deutlich vitalstoffreicher als viele der heutigen Obstsorten aus dem Supermarkt.
Der Blick auf noch lebende indigene Volksstämme untermauert diese Feststellung. Wer einmal bei einem dieser Völker sehen konnte, wie sie sich versorgen bekommt ein Gefühl dafür, wie es auch bei uns einmal ausgesehen haben muss. Bei mir kommen an dieser Stelle Faszination und Ehrfurcht zusammen. Eine Faszination dafür, wie sich diese Menschen selber versorgen und auch glücklich dabei sind und Ehrfurcht über diesen doch sehr „harten“ Lebensweg.

Alles hat also seine Vor- und Nachteile.

Wir, die Menschen der westlichen Welt, haben doch das Glück dass wir eigentlich nur die Vorteile ausleben könnten. Wir könnten den Luxus der Zivilisation auskosten und gleichzeitig die Prinzipien der Steinzeit an unsere heutige Welt anpassen. Was will man den noch mehr??

Es ist also schlichtweg nicht nur nicht möglich wie in der Altsteinzeit zu leben, da das Nahrungsangebot ein gänzlich anderes war, es ist auch schlichtweg nicht gewollt!

Keiner will zurück ins Zelt und ans Lagerfeuer bei Wind und Wetter. Auch wenn es bei Zeiten durchaus Spaß macht und gesund ist. Das ist nicht die Frage. Gerade diese sehr „harte“ Zeit hat uns zu dem gemacht was wir heute sind: die Überlebenskünstler schlechthin. Entscheidend zu verstehen ist, dass unser Körper sich im Laufe der Jahrmillionen an diese harten Umstände angepasst hat. Unser gesamter Stoffwechsel, unser Bewegungsapparat, ja sogar die Art und Weise zu denken sind Ergebnisse der Evolution. Und diese ist nun einmal geprägt von der Umwelt und Lebenswelt in der wir uns aufhalten.

Es ist unbestritten, das unsere geliebte Zivilisation eben auch Zivilisationskrankheiten hervorbringt. Das heißt irgendetwas an der Zivilisation stimmt nicht mit unserem evolutionären Erbe überein. Die Paleo Diät und der Paleo Lebenstil möchten dieses Missverhältnis wieder mehr in die Balance bringen. Nicht mehr und nicht weniger.

Es geht nicht darum die Ernährung der Steinzeit zu kopieren, sondern die Prinzipien, die sich aus dieser Ernährung ergeben haben, heute mit den gegebenen Mitteln besser zu bedienen.

Und noch eins. Paleo ist keine DIÄT, sondern eben deutlich mehr. Ich spreche in der Regel auch nur von Paleo und nicht von der Paleo Diät. Es stecken einfach vielmehr Dinge dahinter, die Alle mit Gesundheit zu tun haben. Mehr in der Natur zu sein, sich viel zu bewegen, soziale Kontakte zu pflegen , Stress zu reduzieren und eben natürlicher zu essen sind die Prinzipien die zählen. Kein Gesundheitsexperte wird wohl diese Prinzipien anfechten.

Im Gegenteil, viele neue Studien zeigen doch, dass gerade eine natürliche Ernährung mit gesunden Fetten, viel Eiweiß, wenig Antinährstoffen und reich an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen die Gesundheit erhalten oder verbessern. Das große Thema dahinter ist das Thema chronische Entzündung.

Viele Wissenschaftler und immer mehr Mediziner und andere Gesundheitsberufler gehen heute davon aus, das chronische Entzündungen, ausgelöst durch Faktoren wie falsche Ernährung, Stress, Bewegungsmangel, Umweltgifte u.a. das menschliche Immunsystem überlasten. Die Folge sind Krankheiten auf die unsere Schulmedizin leider oftmals keine Antworten hat.

Ohne also die Paleo Diät in den Mund zu nehmen, zeigen aktuelle Studien, dass die Prinzipien der modernen Paleo Diät funktionieren. Dies liegt unter anderem daran, dass Entzündungsherde im Körper minimiert und das Immunsystem neu organisiert werden. Und das gelingt mit einer natürlichen Ernährungsweise, der Paleo Ernährung, besonders beeindruckend.

Für Diejenigen, die es an dieser Stelle immer noch nicht so ganz verinnerlicht haben, erläutere ich das oben Geschriebene gerne noch einmal im Überblick:

Was die Paleo Diät nicht ist

  • kein Nachahmen der Ernährung von vor 2,5 Millionen Jahren
  • keine konventionelle Diät, mit strikten Vorgaben
  • keine Fleischdiät, aber auch keine Pflanzendiät (abhängig von den eigenen Vorlieben und gesundheitlichen Problemen)
  • kein isoliertes Ernährungskonzept

Was die Paleo Diät ist

  • eine Ernährungsform, die unsere uralten Anlagen berücksichtigt und daraus Prinzipien für die Gegenwart ableitet
  • eine Ernährung, die sich auf regionale und saisonale Bezugsquellen stützt
  • ein über die Ernährung hinaus schauendes Konzept, das man eher als Lifestyle betiteln muss, da es weitere Aspekte wie Bewegung, Regeneration usw. berücksichtigt
  • eine Ernährungsweise, die direkt positiven Einfluss auf unser Immunsystem nehmen kann, da sie Nährstoffe liefert, die Entzündungen im Körper reduziert und Antinährstoffe vermeidet, die Entzündungen befördern können.

Schlusswort

Ich hoffe, an dieser Stelle meine Meinung und höchstwahrscheinlich die Meinung vieler Paleoaner gut vertreten zu haben. Es wird natürlich weiterhin viele Kritiker geben. Allerdings wird es an anderer Stelle mindestens genau so viele Befürworter geben. Entscheidend ist doch wie so oft sich für einen Weg zu entscheiden und diesen selbstbewusst zu vertreten. Wie sagte schon Aristoteles:

„Wer nicht tapfer eine Gefahr abwehren kann, ist der Sklave des Angreifers.“ Aristoteles

In diesem Sinne alles Gute und viele tolle Momente mit Paleo!

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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