Eisenmangel – Was du dazu wissen musst!

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Wofür benötigen wir Eisen

Eisen zählt zu den lebensnotwendigen Spurenelementen und übernimmt im menschlichen Organismus wesentliche Aufgaben. Die Bindung von Sauerstoff im Blut und die Blutbildung sind die allerwichtigsten Aufgaben von Eisen im Körper. Sauerstoff, den wir einatmen wird mit Hilfe von Eisen an Hämoglobin gebunden, wodurch sich unser Blut rot färbt. Über die roten Blutkörperchen kann der Sauerstoff im gesamten Körper, in alle Organe und Zellen verteilt werden. Die roten Blutkörperchen beinhalten den Großteil des zur Verfügung stehenden Eisens im Körper (Total-Eisen: 2500 mg- 4000 mg). Allerdings ist in jeder Körperzelle etwas Eisen zu finden.

Warum wir Eisen brauchen

Warum brauchen wir Eisen eigentlich?

Ein Eisenmangel kann zu weitreichenden Problemen im Körper führen. Daher wird die Aufnahme, Speicherung, Verwendung, Wiederaufnahme und Abgabe innerhalb des Körpers, sehr fein reguliert. Frauen verbrauchen durch ihre Regelblutung im Durchschnitt mehr Eisen als Männer. Frauen mit starker Regelblutung und Schwangere sind dabei am häufigsten von Eisenmangel betroffen. Mit der Regelblutung verlieren Frauen jeden Monat bis zu 50 ml Blut und damit auch bis zu 25 mg Eisen. Aber auch schnell wachsende Kinder und ältere Menschen können einen Eisenmangel erleiden.

Ursachen für Eisenmangel

Zunächst muss betont werden, dass die Diagnose: Eisenmangel nicht immer leicht gestellt werden kann. Die Symptome bei Eisenmangel sind:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Bleiche Haut
  • Verminderte Immunfunktion, höheres Infektionsrisiko
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Spröde Nägel
  • Haarausfall

Die Symptome zeigen sich oftmals sehr unspezifisch. Dazu kommt, dass es unterschiedliche Formen gibt.

Ein Eisenmangel entwickelt sich dabei meist langsam und stufenweise. Bei einem Eisenverlust zum Beispiel durch die Regelblutung, wird auf das im Körper gespeicherte Eisen (Ferritin) zurückgegriffen. Die Speicher findet man in der Leber, der Milz und im Knochenmark. Zur Bildung der roten Blutkörperchen steht jetzt noch genügend Eisen zur Verfügung. Man spricht von einem prälatenten Eisenmangel.

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Was ist Transferrin?

Transferrin ist Teil des Eisenstoffwechsels. Das Protein ist für den Transport von Eisen im Blutkreislauf zuständig. Außerdem spielt es eine Rolle bei der Immunabwehr von Infektionen, da es den Eindringlingen Eisen entzieht.

Eisen wird aus der Nahrung z.B. über Fleisch und Innereien, aufgenommen und über die Enterozyten ins Blut transportiert. Sobald es im Blutkreislauf ankommt, bindet es an das Transportprotein Transferrin. Jetzt kann es im Blut transportiert werden.

Benötigt eine Zelle Eisen, präsentieren sich an der Oberfläche der Zelle Transferrinrezeptoren, das sind unsere Andockstellen für das Transportprotein auf der Zelloberfläche. Hier bindet das beladene Transferrin an und gibt dann das Eisen an die jeweilige Zelle ab.

Sind die Depots erschöpft, spricht man von einer Erniedrigung des Serum-Ferritins, was im Blutbild erkennbar wird. In der Folge kommt es zu einem niedrigen Hämoglobinwert (HB-Wert) im Blut, der die genannten Symptome auslöst.

Bei dieser “unkomplizierten” Form des Eisenmangels spielt neben dem Blutverlust eine zu geringe Aufnahme von Eisen über die Nahrung eine Rolle. Unser Darm kann leider nur ungefähr ein Zehntel des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens resorbieren. Daher wird empfohlen täglich 10- 30 mg Eisen mit der Diät aufzunehmen. Frauen, die sich rein pflanzlich ernähren oder insgesamt zu wenig essen, sind hier besonders gefährdet.

Bei einem latenten Eisenmangel sinkt der Plasmaspiegel an Eisen immer weiter, während die Bildung von Transferrin beständig zunimmt. Im nächsten Stadium spricht man von einer Eisenmangelanämie. In diesem Stadium kann aus der Nahrung nicht mehr genügend Eisen aufgenommen werden, um eine ausreichende Hämoglobinbildung aufrechtzuerhalten.

80 % aller Anämien (Blutarmut) sind Eisenmangel-Anämien. An dieser Stelle ist eine saubere Diagnostik durch eine Kombination verschiedenster Biomarker besonders wichtig.

Hier einige Referenzwerte für solche Bestimmungen.

 MännerFrauen
Eisen14-35 µmol/l10-25 µmol/l
Hämoglobin (Hb)8,5-11,0 mmol/l7,5-10 mmol/l
Ferritin25-250 µg/l20-150 µg/l (nach den Wechseljahren bis zu 250 µg/l)
Transferrin2,0-4,1 g/l2,0-4,1 g/l
Sättigung (TIJBC)27-54 µmol/l27-54 µmol/l

Quelle

Funktioneller Eisenmangel

Eine besonders komplizierte Eisenmangelanämie kann Folge eines entzündlichen Prozesses, einer akuten oder chronischen Infektion oder einer Autoimmunerkrankung sein. Es ist wichtig diese Form der Eisenanämie von einer unkomplizierten Eisenmangelanämie (wie oben beschrieben) abzugrenzen, da hier eine Eisensupplementierung nicht indiziert ist.

Neben der Tatsache, dass wir Eisen nur erschwert über die Nahrung aufnehmen können, da die Aufnahme aus dem Darm sehr limitiert ist, kann bei Menschen mit erhöhten Entzündungswerten oder mit zu wenig Magensäure die Eisenaufnahme zusätzlich reduziert sein.
Verantwortlich dafür ist das körpereigene Eiweiß (Hepcidin), welches die Eisenaufnahme im Darm hemmt. Auch die körpereigenen Eisenspeicher in der Leber werden bei einer Entzündung abgeriegelt, sodass kein Eisen für die Neubildung von roten Blutkörperchen oder die Zellteilung zur Verfügung steht.

Bei dieser Form der Entzündungsanämie sollte nicht mit Eisen behandelt werden, da Eisen auch als Prooxidans wirkt. Dies beschreibt einen Stoff, der die Bildung freier Sauerstoffradikale fördert (Das Gegenteil eines Antioxidans) und damit die Entzündung erhöht. Stattdessen muss weiter nach der zugrundeliegenden Erkrankung durch einen ausgebildeten Therapeuten gesucht werden.

Ernährungstipps bei “einfachem” Eisenmangel

Mit Hilfe der Ernährung kann zumindest bei einfachem Eisenmangel Abhilfe geschaffen werden.
Die Aufnahmefähigkeit von Eisen aus der Ernährung ist allerdings unterschiedlich gut. Zweiwertiges Eisen, das vor allem in Fleisch, Leber und Fisch vorkommt,wird deutlich besser aufgenommen, als die dreiwertige Form aus pflanzlichen Quellen. Die in Pflanzen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen (Phytate) wirken dabei laut einigen Experten ebenfalls hemmend auf die Eisenaufnahme.

Gemüse, welches viel Oxalsäure enthält, zu finden in vielen grünen Gemüsen wie Spinat, Mangold oder Sauerampfer) bindet an Eisen im Darm und stört die Aufnahme im Darm. Interessant ist, dass gerade diese Gemüsesorten besonders viel Eisen beinhalten.

Hier kann man aber mit der richtigen Kombination etwas tricksen. Rote Beete, Sauerkraut oder Kohlgemüse liefern Eisen in Kombination mit Vitamin C. Dadurch kann der Körper das Eisen deutlich besser resorbieren. Weitere Gemüsesorten wie Paprika, Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl oder Orangen- und Zitronensaft können ebenfalls gut mit grünem Gemüse kombiniert werden.

Die genaue Angabe des Oxalsäuregehalts einer Pflanze ist übrigens nur schwer zu berechnen, da diese abhängig ist von Untersorte, Region/Herkunft, Erntezeit, Anbauart, Typ und Alter der Pflanzenteile, sowie der Qualität.

Phytinsäure in der Nahrung kann für die Eisenaufnahme im Darm ebenfalls problematisch werden. Also sparsamer sein mit Mandeln, Nüssen und Paleo Nachbauten. Weitere Nahrungsmittel, die die Eisenaufnahme verringern sind Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte bestimmte Nüsse, Tee, Kaffee, Schokolade und Milchprodukte.

Bestimmte Heilkräuter sind ebenfalls hilfreich bei einfachem Eisenmangel. Brennnesseln enthalten viel gutes Eisen und können im Salat, in der Suppe, als Smoothie oder Tee konsumiert werden.

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Rezept: Brennnessel-Tee

  1. Ein paar frische Brennnesselblätter (Achtung: Handschuhe benutzen!)
  2. Die Blätter in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen
  3. 5-7 Minuten ziehen lassen
  4. Drei Mal am Tag eine Tasse des Aufguss trinken

Liegt ein starker Eisenmangel vor, der sich durch eine einfache Ursache erklären lässt, empfiehlt es sich Lactoferrin, ein eisen-bindendes Glykoprotein zu sich zunehmen.

Lactoferrin hat die Fähigkeit, Eisen zu regulieren. Es konnte gezeigt werden, dass Lactoferrin zur Behandlung von Eisenmangel sicherer und effektiver ist, als die reine Supplementierung von Eisen. Laktoferrin wird deutlich besser verwertet, als herkömmliche Eisenpräparate. In einer Studie waren ungefähr 9 mg Eisen in Form von Laktoferrin effektiver in Bezug zum Eisenmangel als ein hochdosiertes Eisenpräparat mit 150 mg Eisen. Das niedrig dosierte Laktoferrin hatte dabei keinerlei Nebenwirkungen im Vergleich zum hochdosierten Eisen.

Wichtig zu betonen, ist dass auf Verdacht und ohne eine “saubere” Diagnostik, niemals ein Eisenpräparat eingesetzt werden sollte. Die Gefahr einer Überdosierung mit schädlichen Nebenfolgen wie oxidativem Stress, ist an dieser Stelle einfach zu groß.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler
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