Gesundes Kurzzeitfasten – Was beim Intervallfasten leider oft vergessen wird

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Intervallfasten (IF) und nach mir die Sintflut

Ja es stimmt: Die Strategie den Zeitpunkt der Mahlzeiten, sowie den Zeit an der NICHT gegessen wird, ins Auge zu fassen ist beim Thema Abnehmen, Muskelaufbau und vor allem Vitalität und Langlebigkeit erfolgversprechend. Allerdings ist es kein Freifahrtschein für eine ungesunde Ernährung!

Das was auf dem Teller liegt ist immer noch wichtiger als jede Mahlzeitenfrequenz. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und betonen, wer regelmäßig fastet, sollte ganz besonders auf seine Ernährung achten. Der gesunde Menschenverstand sagt uns eigentlich schon, dass Fasten in Kombination mit einer zuckerreichen, denaturierten, hoch verarbeiteten Ernährung am Ende wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen in unserem Körper anrichtet, da wir dem Körper nicht den richtigen Treibstoff und die Nährstoffe geben, um zu gedeihen.

Fasten ist Stress für den Körper

Wer fastet stresst seinen Körper, besonders wenn die Fastenperiode länger anhält. Das bedeutet Menschen, die bereits in einer “Stressschleife” hängen und ihren Energiestoffwechsel schon umgekrempelt haben, sollten an dieser Stelle vorsichtig sein. Ohne die richtigen Mikronährstoffe und ausgewählte Makronährstoffe kann der Schuss schnell nach hinten losgehen.

Zwar ist Intervallfasten an sich Stress mit den wir gut umgehen können und der ohne Frage für sich allein genommen tolle Effekte, wie die Autophagie, auf uns hat. Aber ein Mensch, der chronisch gestresst ist, sollte hier zunächst auf einer anderen Baustelle “aufräumen”. Ist die Stress Homöostase wiederhergestellt, ist IF natürlich eine Option.

Neben dem spannenden und wichtigen Thema der Mahlzeitenfrequenz und gelegentlicher Kalorienrestriktion muss es egal ob beim Thema Abnehmen, Energie, Training und Gesundheit in allererster Linie um die Nahrung an sich gehen. Wichtige Grundprinzipien gelten dabei praktisch für jede Person, wie z.B. die strikte Begrenzung des Verbrauchs von Zucker (insbesondere Fruktosesirup). Nur so ist eine adäquate Antwort unseres Stoffwechsels überhaupt möglich. Wer stolz behauptet am Tag 16 Stunden zu fasten und sich dann abends Lebensmittel mit einer hohen glykämischen Last reinhaut, hat am Ende wenig gewonnen. Abnehmen wird natürlich auch so möglich sein, solange ein Kalorien Defizit besteht, nur gesünder und der Langlebigkeit fördernd sieht definitiv anders aus.

Sollte man wirklich eine Hauptmahlzeit komplett weglassen?

NEIN, diese Herangehensweise ist irreführend. Tatsächlich ist lediglich ein Verschieben der Mahlzeit, wobei das natürlich vom individuellen Ziel einer Person abhängt. Die Aussage: “Wer das Frühstück beim IF (so wie ich) weglässt, sieht sich nur noch mit Mittagessen und Abendessen konfrontiert” ist falsch.

Wer so denkt bekommt ein Problem, gerade wenn es NICHT um das Abnehmen geht. Wer fit und vital sein will, braucht viele Nährstoffe, diese können nur über die Nahrung aufgenommen werden. Es sei denn man supplementiert wie ein Weltmeister. Nicht mein Ding.

In diesem Zusammenhang macht es eigentlich mehr Sinn allgemein von Nahrungsaufnahme und nicht von den Mahlzeiten zu sprechen. Im Grunde ist es doch so, dass das “Frühstück” eigentlich nur in den späten Vormittag oder in die klassische Mittagszeit verschoben wird.
Nicht zu frühstücken muss also nicht bedeuten, dass man jetzt nur noch zwei große Mahlzeiten zu sich nehmen darf. Eine dritte oder sogar vierte Nahrungsaufnahme kann durchaus Sinn machen, um genug Nährstoffe (und auch Kalorien) für den Tag aufzunehmen.
(Hier mein Artikel zum Thema Frühstück)

Wer nicht gerne große Teller, randvoll mit gesunden Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten auf einmal verspeisen möchte, muss das meiner Meinung nach auch nicht tun. Ich persönlich esse abends gerne viel und auch oft lang. Es kommt vor das zelebriere ich die letzte Mahlzeit bis zu ein bis eineinhalb Stunden. An anderen Tagen gönne ich mir einen späten Snack, wenn der Hunger einkehrt. Manchmal esse ich zwei, an anderen Tagen drei oder sogar vier Mal. Es hängt schlicht am Verbrauch und an der Art und Weise, wie ich den Tag (und Vortag) verbracht habe.

Hase oder Igel?

Das Überspringen des Frühstücks oder wie ich es sagen würde, die Verschiebung der Nahrungsaufnahme nach hinten sind mächtige Waffen im Kampf gegen die Zivilisationskrankheiten der heutigen Zeit. Allerdings ist der Verzicht nur die eine Seite der Medaille. Unser Körper benötigt Nährstoffe als Energie und Baustoffe und am besten täglich viele Mikronährstoffe, um Körper und Geist gesund zu erhalten.

Wer durch IF erfolgreich ist, auf der anderen Seite aber die Nahrungsaufnahme nur halbherzig und lückenhaft angeht, wird über kurz oder lang nicht gesünder werden, sondern sich damit schaden!

Natürlich ist Fasten, also das “Weglassen” schneller und einfacher möglich, als sich mit einer gesunden Paleo Ernährung zu beschäftigen. Die Frage ist nur, wer macht am Ende das Rennen? Der Hase, der mit IF nach vorne stürmt, dem aber auf lange Sicht aber die Puste ausgeht, weil ihm der Treibstoff ausgeht oder der Igel, der sich Zeit lässt, Treibstoff auffüllt und am Ende als gesunder Sieger da steht.

Fasten? JA, aber nur in Kombination mit einer natürlichen Ernährung im Schlepptau!

Kein Zweifel, ohne den richtigen KONTEXT, also die passenden Umstände, ist längeres Fasten und meiner Meinung auch IF keine Dauerlösung. Stress sollte unbedingt thematisiert werden. Außerdem würde ich das Fasten eher als die Kür der natürlichen Ernährung betrachten, die eine gesunde Basis und die Befriedigung der Grundbedürfnisse voraussetzt.

Am Ende musst DU entscheiden ob du lieber der Hase oder der Igel bist. In jedem Fall ist ein langsames, bedachtes Vorgehen meiner Meinung nach aus gesünder und langlebiger. Das ist jetzt sogar wörtlich gemeint.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler
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