Heuschnupfen besiegen mit der Paleo Diät

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Was passiert eigentlich bei Heuschnupfen im Körper?

Beim Heuschnupfen, medizinisch korrekt allergische Rhinitis, entzündet sich die Nasenschleimhaut. Dabei entstehen die typischen Symptome (siehe Box). Bei einigen Menschen bilden sich zudem eine Nasennebenhöhlenentzündung und asthmatische Symptome aus.

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Symptome von Heuschnupfen

  • Juckreiz und Schwellung der Augen
  • Brennende und tränende Augen
  • Bindehautentzündung
  • Juckreiz in der Nase oder auch auf der Mundschleimhaut und im Rachen
  • Schnupfen und verstopfte Nase

Immer mehr Menschen leiden heutzutage an einer Pollenallergie. Waren es vor 30 Jahren nur 10% leiden heute rund 20% der deutschen Bevölkerung an den oben genannten Symptomen. Die Frage ist, woher kommen diese Beschwerden?

Immer mehr Menschen mit Pollenallergie – woher kommt das?

Grundsätzlich hat sich bei einer Allergie unsere körpereigene Abwehr, das Immunsystem eingeschaltet. Die Aufgabe des Immunsystems ist es vereinfacht gesagt zwischen „eigen“ und „fremd“ zu unterscheiden. Körperfremde Eindringlinge wie Viren, Bakterien, Pilze, Schadstoffe oder eben Allergene werden vom Immunsystem identifiziert und entsprechend bekämpft werden, bevor sie einen großen Schaden in unserem Körper anrichten.

Pollen werden in diesem Zusammenhang als Allergene von unserem Immunsystem identifiziert und als „Angriffssignal“ wahrgenommen. In der Folge entsteht eine Entzündungsreaktion in der Nasenschleimhaut. Allergien werden nach Coombs und Gell einem bestimmten Typ zugeordnet. Die Pollenallergie wird dabei als Typ-1 Allergie bezeichnet.Hierbei erzeugt der humorale Teil des Immunsystems bestimmte Antikörper, die sogenannten Immunglobuline E (IgE).
Durch eine spezifische Immunreaktion, bei der T-Helfer-Zellen Typ 2 Zytokine (IL-4, IL-9, IL-13) ausschütten führt dazu, dass weitere Immunzellen aktiv werden. B-Lymphozythen, welche sich in der Folge zu Plasmazellen differenzieren, fangen an IgE auszuschütten. IgE ist eigentlich als Antikörper für Innenparasiten wichtig, wird aber hier auch gegen Pollen aktiviert. Zudem aktivieren die IgE Mastzellen in den Schleimhäuten. Kommt es jetzt zu erneutem Kontakt mit dem Allergen schütten diese körpereigene „Chemikalien“ aus (Histamine, Cytokine, Eikosanoide und Enzyme) Das führt dann letztendlich zur Entzündung der Schleimhaut und den bekannten Symptome beim Heuschnupfen.

Allergische Reaktion

By Christopher Streibert (Christopher Streibert) [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Warum genau vermehrt sich der Heuschnupfen immer mehr?

Genaue Ursachen werden in Medizin und Forschung weiter diskutiert. Schulmediziner sehen negative Einflüsse durch die heutige Ernährung (auch Ernährung während der Schwangerschaft), Rauchen, Körpergewicht und Umweltschadstoffe als Auslöser. Ebenso werden Impfungen und die Gabe von Medikamenten wie z.B. Antibiotika als mögliche Ursachen diskutiert. Zudem scheint es genetische Aspekte zugeben, da Kinder deren Eltern allergische Symptome zeigen, eindeutig häufiger an Allergien leiden, als Kinder deren Eltern keine Allergien aufweisen. Allerdings kann dies den Anstieg von Allergien in den letzten Jahrzehnten nicht erklären. Vielmehr werden die Lebensumstände als Auslöser immer wahrscheinlicher.

Zu viel Hygiene der Auslöser?

Interessant ist auch die Hygiene-Hypothese. In den westlichen industrialisierten Ländern spricht man heute von einem erhöhten Hygienestandard. Die Hygiene-Hypothese besagt nun, dass Kinder so immer weniger Infektionen durchleben, was dann wiederum die Entwicklung des Immunsystems negativ beeinflusst. Kinder, die nie mit Erregern und Allergenen in Kontakt kommen entwickeln in der Folge auch keine Toleranz zum Beispiel gegenüber Pollen.
Das Immunsystem wird einfach gesagt zu wenig trainiert. Gerade die Auseinandersetzung des kindlichen Immunsystems mit Parasiten ist hierzulande stark vermindert. So ist eine übermäßige Reaktion des Immunsystems durch IgE gegenüber eigentlich „harmlosen“ Allergenen, wie den Pollen zu erklären.

Die Immunbalance unseres Körpers

Eins steht fest, dass Immunsystem gerät aus der Balance. Unser zelluläres Immunsystem besteht aus Lymphozyten. Die schon erwähnten T-Helferzellen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Diese werden nochmal unterschieden in TH 1 und TH 2 Zellen. Diese beiden Zelltypen beeinflussen die Abwehrreaktion auf unterschiedlichen Wegen. Gleichzeitig stehen sie in einer Art Balance.

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Die TH1 und TH2 Balance

Die TH 1-Antwort kümmert sich um die zelluläre Immunantwort, während die TH 2 Antwort sich auf das humorale Immunsystem konzentriert, was zur Ausbildung von Antikörpern führt. Kommt man also in Kontakt mit einem Allergen antwortet der Körper auf beiden Seiten: T-Helferzellen aktiviert. Die TH-1 Reaktion (IFN-gamma, IgG1-3) richtet sich direkt gegen Bakterien und Viren, während die TH2-Reaktion (IL-4, IL-5) die Ausschüttung von Antikörpern (IgE und IgG4) ermöglicht.

TH 1 und TH 2 befinden sich dabei normalerweise in der Balance, da IFN-gamma die TH 2-Antwort hemmt, während IL-4 die TH 1 unterdrückt. Diese Wechselwirkung ist sehr fein abgestimmt und ebenso sensibel.
Das Verhältnis von TH1- und TH2-Zellen kann sich entsprechend der aktuellen Lage dabei verändern. So wird bei gesunden Menschen im Falle einer notwendigen Abwehr die Immun-Homöostase gestört, stellt sich aber nach der Immunantwort wieder ein.

Die Balance ist heute oft dauerhaft gestört

Bei immer mehr Menschen kommt es jedoch zu einer dauerhaften Störung der Immun-Homöostase. Dabei kommt es zu einer dauerhaften Dysbalance innerhalb des TH 1/ TH 2 Systems. Die eine Seite wird hoch geregelt, während die andere Seite dauerhaft runter geregelt bleibt. So ist die TH2 Antwort des Körpers bei einer Pollenallergie hochgeregelt. Gleichzeitig kann auch ein Mangel an TH1 die Immunbalance empfindlich stören und so eine Allergie hervorrufen. Dieses Phänomen wird aktuell immer mehr erforscht und ist als Ursache für eine Allergie, aber auch für andere Zivilisationserkrankungen mittlerweile ein anerkanntes Modell. (mehr dazu hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12946237)

Noch hat man die negativen Einflüsse auf dieses empfindliche Gleichgewicht nicht komplett entschlüsselt. Fakt ist jedoch, dass sich das Gleichgewicht zwischen TH1- und TH2-Zellen bei Allergikern zugunsten der IgE erzeugenden TH2- Zellen verschiebt. Wichtig zu wissen: TH1-Zellen können sich bei erhöhtem Bedarf vorübergehend in TH2-Zellen umwandeln, jedoch können sie sich nicht wieder in TH1-Zellen zurück umwandeln. Die Folge ist einen erhöhte Antikörperproduktion in den Schleimhäuten.
So geraten die Schleimhäute der Atemwege (und weiterführend des Darms) in den Blickwinkel neuer Therapieansätze.

Bei einer Allergie Typ-1-Reaktion spielt Histamin einen Schlüsselrolle. Dieser Botenstoff sorgt für die Entzündungsreaktion in den Schleimhäuten mit Erweiterung der Gefäße, bronchialer Verengung und Anlocken weiterer Immunzellen in das betroffene Gebiet. Daher empfehlen einige Therapeuten Nahrungsmittel, die viel Histamin enthalten in dieser Phase zu vermeiden. So könne die Symptome möglicherweise vermindert werden, jedoch wird an der Ursache nicht gedreht. Mehr dazu erläutere ich weiter unten.

Zudem ist Stress, besonders wenn er chronisch ist, ein Risikofaktor für die Immunhomöostase. Cortisol und Katecholamine (Stress) hemmen die TH1 und stimulieren die TH2 Antwort des Körpers (Quelle). Es kommt zu einer Verschiebung von TH1 nach TH2. Industriezucker und Alkohol werden als weitere Stimulatoren für die TH2- Antwort betrachtet (Quelle)

Was ändert sich durch die Paleo Ernährung?

Die Schleimhaut wird wieder aufgebaut

Bei einer Pollenallergie spielt sich die allergische Reaktion in den Schleimhäuten ab. Daher macht es zunächst Sinn die Schleimhäute zu stärken und wiederherzustellen. Schleimhäute überziehen den Nasen-, Mund- und Rachenraum bis hin zum Enddarm. Die Schleimhaut ist sozusagen die 1. Barriere zwischen Außen und Innen. Leider bekommt sie heute immer mehr Probleme. Neben den IgE findet man noch weitere sogenannte Schleimhaut Antikörper die Immunglobuline A (IgA). Diese binden fremde Proteine, gehen aber auch Viren und Toxine sowie Bakterien und weitere Antigene an. Im Grunde verhindert eine funktionierende Schleimhaut die Ausbreitung einer größeren Entzündung und somit eine verstärkte Immunantwort des Körpers. Blütenpollen lösen lokale Symptome aus, weil die betroffene Person eine abgeschwächte Schleimhaut hat. Eine Entzündung wird so unumgänglich. Es gilt also zu aller erst diese geschwächte Schleimhaut aufzubauen, um viel IgA zu produzieren.

Schaut man sich die gesamte Fläche der Schleimhäute an, würde diese ausgelegt über eineinhalb Tennisplätze ausmachen. Ein Mensch mit starker Allergie weist oft einen Mangel an IgA auf. Wer sich unausgewogen ernährt und zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aufnimmt mit der Ernährung, riskiert eine verminderte Darmschleimhaut. Besonders Vitamin A, Zink und Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für eine funktionierende Darmschleimhaut. Wo du diese Mikronährstoffe findest liest du hier: https://www.prinzippaleo.de/mikronaehrstoffe-paleo-diaet/

Der Darm erholt sich

Antibiotika-Therapie, Stress und falsche Ernährung verändern zudem unsere Darmflora negativ. Sind die Schleimhäute des Darms dauerhaft angegriffen, wird auch die Darmwand irgendwann “brüchig” und gereizt. Ein angegriffener Darm, auch als “leckender” Darm bezeichnet (Leaky-Gut Syndrom) wirkt sich weiter negativ auf die Allergie aus. Ist die Darmwand, die 2. Barriere geschädigt muss das Immunsystem erneut aktiv werden. So erhöhen sich die TH2 -Antwort erneut. Falsche Ernährung reichert zudem die Konzentration an schlechten Darmbakterien an, die wieder neue Entzündungsprozesse in Gang setzen.
Das Resultat ist dabei stets eine verstärkte allergische Reaktion.
Eine Darmsanierung hat somit direkten, als auch indirekten Einfluss auf eine Allergie. Durch die Sanierung des Mikrobiom (der Darmflora) wird die Immun-Balance positiv beeinflusst. Fermentiertes Gemüse kann hier hilfreiche Bakterienkulturen liefern. Knollengewächse, Wurzel- und Blattgemüse sind ebenfalls hilfreich. Ebenso können Probiotika und Prebiotika selektiv eingenommen werden.
Eine allgemein vitalstoffreiche Ernährung ist darüber hinaus in jedem Fall förderlich.
Wie schon gehört spielen Vitamine und andere Mikronährstoffe eine Rolle. Sie können das Immunsystem positiv unterstützen und helfen den Darm zu reparieren. Neben den schon genannten Nährstoffen spielen Vitamin C, Vitamin D, Quercetin und Biotin eine wichtige Rolle. Es wird zudem oft empfohlen die Ernährung hin zu einer basischen Ernährung zu verändern. Das bedeutet Gemüse, Gemüse und nochmals Gemüse!
Weizenprodukte und Hülsenfrüchte, die in der Paleo Ernährung ja sowieso keine Rolle spielen, sollten zudem vom Speiseplan verschwinden, da die enthaltenen Antinährstoffe im Verdacht stehen, den Darm zu schädigen. L-Glutamin, eine Aminosäure zu finden in Fleisch, Nüssen, Petersilie und Spinat (roh) ist ein weiterer wichtiger Bestandteil für den Dünndarm, da sie Diesem Energie liefert (es werden bis zu 70% des über die Nahrung aufgenommenen Glutamin in der Schleimhaut des Dünndarms verbraucht).

Fazit – Kann man Heuschnupfen mit Paleo besiegen?

Für mich ist schon länger glasklar, dass Heuschnupfen mit der Ernährung korreliert. Ich selber habe meine Pollenallergie mit der Paleo Diät optimal in den Griff bekommen. Das Erklärungsmodell der Immun-Balance macht dabei für mich sehr viel Sinn. Ich denke, dass viele Zivilisationskrankheiten hier ihren Ursprung haben.

Spannend finde ich die neuen Therapieansätze und Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Eine gesunde, natürliche Ernährung und weitere Aspekte des Paleo Lifestyle bieten hier für viele Betroffene eine echte Alternative und Ausweg aus der quälenden Allergie. Ich habe es selber erlebt!
Wenn du mehr über meine ersten Erfahrungen mit der Paleo Diät und wie ich meinen Heuschnupfen überwunden habe und was dahinter steckt, wissen willst, solltest du unbedingt mein ebook: Entdecke dein natürliches Potential lesen. Einfach kostenlos registrieren und herunterladen!

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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