Insulinresistenz – Schutz vor der großen unbekannten Gesundheitsgefahr

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Was ist Insulinresistenz?

An dieser Stelle kurz das wichtigste zum Thema Insulin:

Es ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. Jeder Mensch benötigt Energie zum Überleben. Diese Energie nimmt er in Form von Nahrung in seinen Körper auf. Der Verdauungstrakt spaltet die aufgenommene Nahrung in winzig kleine Bestandteile. So können wir die Energie aus der Nahrung schließlich über das Blut zu unseren Zellen transportieren und aufnehmen.

Der “beste” Energielieferant ist Glucose, Einfachzucker, da er von unseren Zellen am einfachsten verstoffwechselt werden kann. Es gibt da nur einen Haken. Damit unsere Zellen Energie von außen überhaupt aufnehmen können, braucht es eine Art Türöffner oder “Schlüssel”. Diese Aufgabe übernimmt das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Das einzige Hormon, das den Blutzucker senken kann!

Das Hormon funktioniert dabei ein bisschen wie ein Wächter. Damit unsere Zellen nicht im Übermaß mit Energie voll gestopft werden, gibt es eine Art Schlüssel-Schloss System. Erst wenn der Wächter die Tür aufschließt, also Insulin der Zelle mitteilt “Tür öffnen” kann die Glucose in die Zelle strömen und dort verstoffwechselt werden.

Spannend oder? Die Natur hat dieses System entwickelt um eine adäquate Energieverteilung im Körper zu gewährleisten. Manchmal wird an einer Stelle im Körper mehr Energie benötigt als an einer anderen Stelle. Um diese Verteilung zu ermöglichen, können Zellen vorübergehend den Empfang für Insulin herabsetzen indem Insulinrezeptoren abgebaut werden. Es werden also die “Türen” abgebaut.

Weniger Türen an der Zellwand = Weniger Energieaufnahme in die Zelle

Die Energie kann nun anderweitig genutzt werden. Das Thema Rezeptoren ist deshalb so wichtig, weil es viele Ursachen gibt, warum diese Rezeptoren abgebaut werden können. Das bedeutet es gibt auch viele Gründe warum ein Mensch eine Insulinresistenz aufbauen kann.

Was passiert bei Insulinresistenz?

Kurz gesagt und um es sofort zu verstehen: Bei einer Insulinresistenz sind die Körperzellen für Insulin weniger sensibel. Das liegt daran, dass Insulinrezeptoren abgebaut werden. Die ausgeschüttete Menge an Insulin ist dabei noch an den Zuckerspiegel im Blut angepasst. Der Zustand kann als Vorstadium zum Diabetes mellitus Typ 2 angesehen werden.

Die Zellen sagen “Stopp” keine neue Energie mehr. Die “Türen” werden abgebaut, um den Energiestrom zu vermindern. Die Bauchspeicheldrüse produziert jedoch immer weiter Insulin, denn der Blutzucker bleibt unverändert erhöht. Irgendwann wird eine Tür schon noch aufgehen und der Blutzucker kann abgebaut werden…

Warum die Zellen ihre Sensibilität für Insulin verlieren, wird heute intensiv beforscht. Dabei wird deutlich, dass unsere Zellen auf sehr viele Dinge im Körper reagieren. Neben dem Immunsystem, wird das Stresssystem und das Nervensystem immer mehr mit in die Betrachtung einbezogen. Offenbar bedingen sich viele Faktoren, die dann schließlich zu einer Insulinresistenz führen.

Einig ist man sich jedoch darüber, dass das ganze in erster Linie zunächst bei einem Überangebot an Energie / Nahrung passiert. Zudem ist Bewegungsmangel ein großes Thema.

Heute nehmen wir einfach oft mehr Energie auf, als wir verbrauchen. Gesüßte Lebensmittel und zu häufiges Essen, erhöhen den Blutzuckerspiegel und regen die Bauchspeicheldrüse permanent an Insulin auszuschütten. Irgendwann scheinen die Zellen dann nicht mehr auf dieses Überangebot an Insulin zu reagieren. Sie machen die Türen dicht.

Das Problem ist jetzt, dass der gesamte Zellstoffwechsel gestört wird. Daraus ergeben sich zum Beispiel die folgenden Symptome:

  • erhöhtes Bauchfett (durch vermehrte Insulinausschüttung)
  • Blutzuckerschwankungen und dadurch Müdigkeit, Schwäche und Schwindel
  • Schwitzen und Hitze nach dem Essen
  • Blutzuckerabsturz mit Frieren, Schüttelfrost, blaues Nagelbett
  • Haarausfall
  • Nervosität, Zittern, Hungerattacken
  • häufige Infekte
  • niedrige Stresstoleranz
  • Hautveränderungen
  • andere chronische Beschwerden

Eine Insulinresistenz hat zur Folge, dass bestimmte Zellen regelrecht “hungern” müssen, bei gleichzeitig hohem Angebot an Energie. Der Organismus kommt offenbar dauerhaft mit sehr hochkalorischen Lebensmitteln und häufigen Mahlzeiten nicht zurecht.

Insulinresistenz ist also ein Phänomen der Neuzeit und kann als Zivilisationsproblem aufgefasst werden.

Die weitreichenden Folgen einer Insulinresistenz

Erhöhte Blutzuckerspiegel sind auf Dauer schädigend. Wenn die Zellen, das angebot verneinen, wird die überschüssige Energie im Blut, im Fettdepot gespeichert. Insulin öffnet an dieser Stelle, dann die Türen in die Fettzellen.

Der Überschuss muss einfach irgendwo gespeichert werden!

Eigentlich ein wunderbares natürliches Prinzip. Bei hohem Angebot an Nahrung (Energie) kann der Körper den Überschuss abspeichern. Die Energie wird in unserer Muskulatur, in unserer Leber und in Form von Fett gespeichert. Voll vertrauend darauf, dass die nächste Dürre oder ein langer, kalter Winter schon kommen wird. Diese Speicherorte sind sehr sinnvoll, denn hier wird die Energie entweder direkt benötigt (Muskeln), ins Blut abgegeben (Leber) oder im großen Depot gespeichert (Fettzellen).

Jetzt frage ich dich:

“Wann hast du das letzte Mal NICHTS zu essen gehabt? Wann musstest du ernsthaft von deinem Speicher leben?”

Wahrscheinlich nicht sehr oft. Ausnahmen sind schwere Krankheiten, starke Stressbelastungen oder körperliche Höchstleistungen wie z.b. ein Ultra-Marathon.

Das große Problem ist, dass eine Insulinresistenz irgendwann den Break-even Punkt erreichen kann. Bisher ist der ganze Prozess noch abwendbar und kann über eine Diät in Kombination mit Bewegung und möglicherweise mit einer therapeutischen Intervention komplett umgekehrt werden.

Irgendwann kippt das ganze aber in einen roten Bereich. Das bedeutet, ab einem gewissen Punkt, manifestiert sich die Insulinresistenz. Der Blutzucker ist konstant erhöht. Es wird zunächst noch mehr Insulin produziert, da sich der Blutzucker gar nicht bis wenig ab senkt.

Die Folge ist, bei konstant hohem Insulinspiegel, irgendwann eine drastische Verminderung der Produktion des Hormons Insulin in der Bauchspeicheldrüse.Jetzt spricht man von Diabetes mellitus Typ 2.

Es kann jeden treffen, aber auch jeder kann sich selber helfen

Insulinresistenz und die Folgen daraus, können hierzulande jeden treffen. Ich behaupte bis auf wenige Sonderfälle, ist das ganze Thema hausgemacht. Unser Lifestyle ist also dafür verantwortlich. ( mehr zum Thema im ebook: Entdecke dein natürliches Potential)

Lösungen zur Vermeidung oder Umkehrung gibt es natürlich.

Eine natürliche Diät, wie sie die Paleo Diät bietet, in der kohlenhydratreiche Lebensmittel sinnvoll verzehrt werden und in der gleichzeitig auf andere Energiequellen zurückgegriffen wird, ist der erste, wichtige Schritt dabei. Zudem muss man zwischen den Mahlzeiten größere Zeitfenster öffnen, also schlicht weniger oft Essen.

Nach Möglichkeit sollte man also weniger “schnelle” Kohlenhydrate konsumieren bzw. durch bessere Alternativen ersetzen. Dadurch vermeidet man Blutzuckerschwankungen und schont den Zuckerstoffwechsel. Das Hormon Insulin wird “sparsamer” benutzt.

Ziel ist eine moderater Einsatz von bestimmten Kohlenhydraten in unseren täglichen Speisen. Dabei wird kein Verzicht angestrebt. Auch werden keine pauschalen Regeln wie „keine Kohlenhydrate nach 18.00 Uhr mehr essen“ aufgestellt.

In der Ernährung von Prinzip Paleo geht es um eine ausgewogene, vitalstoffreiche und möglichst natürliche Ernährung. Klassische Beilagen aus Stärke entsprechen diesen Merkmalen in der Regel nicht.

Gemüse und Obst, Lebensmittel, die auch Kohlenhydrate enthalten, lassen den Blutzuckerspiegel viel langsamer ansteigen als z.B. Getreide oder Zucker. Überdies enthalten sie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien.

Natürlich kann man auch hier und da Mal eine Ausnahme machen. Entscheidend ist die richtige Strategie und Planung. In Kombination mit mehr Bewegung im Alltag und etwas Training, kann sich jeder von uns vor einer Insulinresistenz schützen und so gesund und munter alt werden.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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