Ist Fisch essen eigentlich noch gesund?

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Das spricht für den Fisch

Fisch essen ist „artgerecht“

Wenn man sich mit der Frage beschäftigen möchte, warum Fisch ein gesundes Nahrungsmittel ist, dann kann man zunächst feststellen, dass Fisch schlicht und ergreifend ein Lebensmittel ist, dass wir Menschen schon immer gegessen haben.

Bereits unsere Vorfahren, die Frühmenschen ernährten sich von Fisch, Schalen- und Krustentieren. Viele Forscher sind heute der Meinung, dass sich unser menschliches Gehirn erst deutlich entwickeln konnte, nachdem mehr Fisch und verzehrt wurde. Professor C. Niemitz erklärt, dass die Uferzone lange Zeit in der Evolution die wichtigste Nahrungsquelle für Proteine war.

Fisch liefert wertvolle Fette

Fisch liefert einen hohen Anteil an gesunden Fettsäuren, besonders Omega-3-Fettsäuren. Kein anderes Lebensmittel liefert diese wertvollen Fette so gut wie Fisch. Die beiden Omega-3-Fettsäuen DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) sind besonders hervorzuheben. Sie können im Körper nur unzureichend hergestellt werden und sind wichtig für unsere Zellen.

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DHA und EPA

DOCSAHEXAENSÄURE (DHA)
DHA ist für unser Nervensystem und das Gehirn, welches zu einem großen Teil aus Fetten besteht, besonders wichtig.

EICOSAPENTAETNSÄURE (EPA)
EPA ist für den Hormomhaushalt und dessen Regulation entscheidend. Es reguliert unter anderem die Blutgerinnung, die Wundheilung und immunologische Prozesse mit. Zudem beeinflusst es unsere Stimmungslage positiv.

Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren wird heute in Verbindung gebracht mit Herz-Kreislauferkrankungen, Schwangerschaftsproblemen, Nervenproblemen, psychischen Problemen und Erkrankungen, Gedächtnisproblemen und Demenz , sowie weiteren gesundheitlichen Problemen.

Fisch liefert Mikronährstoffe

In Fisch finden sich besonders viele essentielle Spurenelemente wie Jod und Selen. Diese sind wichtig für die Schilddrüse, aber auch für das Immunsystem und den Stoffwechsel.

Jod ist wichtig für die Bildung der Schilddrüsenhormone. Es beeinflusst demnach

  • normales Wachstum
  • zahlreiche Stoffwechselvorgänge
  • den Energiestoffwechsel
  • die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem
  • die körperliche Entwicklung

Selen einer der wichtigsten Bestandteile des antioxidativen Systems des Menschen. Es schützt so unsere Zellen und ist Bestandteil zahlreicher Proteine und Enzyme.

Außerdem liefert Seefisch etwas Vitamin D. Das “Sonnenvitamin” stellt der Körper unter Sonneneinstrahlung selber her, allerdings muss man sich dann auch ausreichend lange in der Sonne aufhalten. Das gelingt in Nord- und Mitteleuropa nicht immer wirklich optimal. Dadurch sind wir auf weitere Quellen angewiesen.

Vitamin D ist z.B. wichtig für die Knochen und das Immunsystem. Ein Mangel wird heute mit vielen Zivilisationskrankheiten in Verbindung gebracht.

Das spricht gegen den Fisch

Fisch ist mit Giften belastet

Das Meer wird leider zunehmend verschmutzt. So gelangen auch Gifte und Schadstoffe in dieses sensible Ökosystem. Somit werden heute in Fischprodukten immer höhere Konzentrationen an Gifte wie polychlorierte Biphenyle (PCB)und Dioxinen nachgewiesen.

Fische und Meeresfrüchte speichern diese Giftstoffe, da sie in diesem Milieu „atmen“. Im Fett der Fische lagern sich die Giftstoffe dann ein und so wandern diese Stoffe über die Nahrungskette hoch bis zu uns Menschen.

Über die Schädlichkeit von Dioxinen und PCB sowie ihre Langzeitwirkung auf unseren Körper ist bisher nur wenig bekannt. Diese Ungewissheit hat dazu geführt, dass man Schwangeren von intensivem Fischkonsum abrät.

Insgesamt ist immernoch unklar, welche Mengen an PCB und Dioxine in Fisch gesundheitsgefährdend wirken. Leider können Langzeitfolgen nicht ausgeschlossen werden, da diese Verbindungen sehr langlebig sind und sich über die Jahre im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern. Im Tierrversuch kann man bereits nachweisen, dass sich dieses Stoffe negativ auf das Immunsystem, das Nervensystem, den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung auswirken. Manche Dioxine sind wahrscheinlich auch krebserregend.

Auch lokale Fluss und Seefische wie z.B. Aale sind belastet. Wer seinen Fisch selber angelt, sollten sich deshalb bei den zuständigen Landesbehörden über die Belastungssituation der Fische in ihren Flussabschnitten informieren.

Fisch ist mit Schwermetallen belastet

In vielen Speisefischen finden sich zudem Spuren von Methyl-Quecksilber.

Vergiftungen mit Quecksilber können zu Nieren-, Leber- und Nervenschäden führen. Zudem ist wahrscheinlich das Risiko für Herzinfarkt und Alzheimer-Erkrankungen erhöht. Auch ein erhöhtes Krebsrisiko durch Quecksilber wird angenommen.

Außerdem gibt es Hinweise, dass der regelmäßige Verzehr solcher quecksilberhaltigen Fische eine Gefahr für Schwangere darstellen kann, da es die Hirnentwicklung von Ungeborenen und damit deren spätere geistige Fähigkeiten negativ beeinträchtigen kann.

Besonders belastet sind Raubfische wie Haifisch, Buttermakrele, Aal, Steinbeißer, Schwertfisch, Heilbutt, Hecht, Seeteufel und Thunfisch.

Fischesser konsumieren Mikroplastik

Leider macht die Vermüllung unseres Planeten auch nicht Halt vor den Ozeanen. Ein großes Problem ist der Plastikmüll. Da Plastik nicht verottet, sondern nur verwittert und sich in immer kleinere Teile zersetzt, wird es von einigen Fischen mit Futter verwechselt.

Gerade umhertreibende Plastikfasern an der Oberfläche werden von Fischen, z.B. Makrelen, die in der Nähe der Wasseroberfläche jagen, gefressen. Bei Fischen, die eher am Boden jagen kann man hingegen kaum Plastik im Magen nachweisen.

Doch nicht nur im Meer findet sich Plastik, auch in den großen Seen und Flüssen lassen sich mittlerweile Plastikpartikel nachweisen. So finden sich im Gardasee bis zu 1000 Kunststoffteilchen pro Quadratmeter!

Wer also Meeresfrüchte und Fisch isst, nimmt ungewollt etwas Mikroplastik mit auf. Die Auswirkungen auf Menschen sind dabei noch völlig unklar. Welche Gefahr zudem von den Chemikalien ausgeht, die aus dem Mikroplastik austreten, ist ebenfalls unklar.

Fischbestände sind überfischt

Gerade mit den heutigen Methoden des kommerziellen Fischfangs sind die Weltmeere zunehmend überfischt.

Große Fischerboote, schwimmende Fabriken und riesige Schleppernetze leeren die Ozeane zunehmend. Der kommerzielle Fischfang gleicht beinahe der Massentierhaltung an Land. Die Folgen für das Ökosystem sind unberechenbar und kleinere lokale Fischer, die leer ausgehen, obwohl deren Existenz davon abhängt, sind die Schattenseiten unseres Konsumwahns.

Greenpeace, der WWF und andere Organisationen weisen deshalb aus ökologischen Gründen darauf hin bestimmte Fischsorten zu meiden.

Einen Ratgeber findest du hier: http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/vernuenftig-einkaufen/einkaufsratgeber-fisch/

Mein Fazit

Fisch bleibt ein wertvolles Lebensmittel für uns Menschen. Die wertvollen Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA), die eigentlich nur Fisch bietet, sind eigentlich unverzichtbar.

Leider schaffen wir es wieder einmal das natürliche Angebot zu verändern und das Gleichgewicht zu stören. Die Schadstoffbelastung unserer Fische ist bereits ein Riesenproblem.

Getoppt wird dieses Problem noch durch die “Vermüllung” der Meere mit Plastik, der von den Fischen gefressen wird und über die Nahrungskette dann auch in unseren Körpern landet. Die Folgen sind völlig unbekannt. Die Vorstellung, dass ich Plastik mit der Nahrung in meinem Körper aufnehme ist schon irgendwie bedrückend!

Ich für meinen Teil werde trotz allem weiterhin Fisch essen. Allerdings werde ich in Zukunft vermehrt auf die Herkunft achten und versuchen mehr regionalen Fisch zu essen. Das Plastikthema hat mich sehr erschüttert und wird mich auch noch eine Zeit beschäftigen schätze ich.

Wie ist dein Fazit zum Thema Fisch? Schreibe deine Meinung in die Kommentare.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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