Mein Paleo Frühstück, eine echte Überraschung?!

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Frühstück, die „wichtigste“ Mahlzeit des Tages

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann. Ein Satz, der im Zusammenhang auf die Frage „Wann sollte man wie viel essen?“ sicher jedem irgendwie im Ohr ist. Aber ist das auch sinnvoll?

Oft bekommt man, auch heute noch zu hören, dass es zur Gewichtsregulation beiträgt und den Stoffwechsel verbessert, wenn man morgens ordentlich frühstückt. Viele Menschen in meinem Umfeld machen allerdings andere Erfahrungen.

Forscher um D. Allison (Quelle) aus den USA, stellten 2014 fest, dass sich beim Thema verbesserte Gewichtsregulation keine Vorteile durch Frühstücken ergeben. Die Annahme, man müsse morgens frühstücken um abzunehmen, ist schlicht ein Gerücht, das nicht belegt werden kann. Es müssen andere Faktoren sein, die zu einer verbesserten Gewichtsreduktion führen.

Ich selber kenne es nur zu gut von zu Hause. „Kind, ohne Frühstück gehst du nicht aus dem Hause“ hat meine liebe Mutter immer betont. Die Konsequenz war, dass ich morgens um 07.00 am Frühstückstisch saß und meine Cornflakes löffelte. Ob ich Hunger oder Appetit hatte stand auf einem anderen Blatt Papier. Irgendwann mit 12 oder 13 habe ich dann entschieden morgens nichts mehr zu essen, denn von Hunger um diese Zeit war weit und breit nichts zu spüren. Heute weiß ich, das war nicht die schlechteste Idee…

Frühstück ist oft eher ungesund

Frühstück besteht in Deutschland per se oft aus eher ungünstigen Lebensmitteln. Eine Umfrage aus dem Jahr 2015 zeigt Kaffee, Wurst und süßer Aufstrich sind des Deutschen liebstes Frühstück. Nicht nur aus Sicht der Paleo Diät alles andere als gesund.

Klassisches deutsches Frühstück: Brötchen, Butter und Wurst

Gerade die gängigen Frühstücksklassiker wie Müsli, Cornflakes, Fruchtjoghurt, Backwaren oder Brotaufstriche enthalten meist Fruktose-Sirup. Diese Zuckerform ist konzentrierter Fruchtzucker, der nachweislich in konzentrierter Form zu Übergewicht und Metabolischem Syndrom führt (Quelle)

Fruktose-Sirup findet sich leider immer mehr in unseren Lebensmitteln. Besonders in Müsli, Cornflakes, Fruchtjoghurt, Backwaren und Brotaufstrich sind oft hohe Mengen an Fruktose-Sirup enthalten. Lies hierzu auch den Artikel: Die Folgen von hohem Zuckerkonsum auf Prinzip Paleo. Somit ist das klassische deutsche Frühstück oftmals eher als „nicht optimal“ zu bewerten.

Alternativen zum „normalen“ Frühstück

Was ist nun die Alternative? Die Paleo Ernährung bietet natürliche und leckere Frühstücksideen an. Wer meint, dass man ohne Brot, Brötchen und Co. nicht „ordentlich“ frühstücken kann, der wird jetzt eines besseren belehrt.

Angefangen von Omelette, Rührei, frischem Obst und Gemüse, leckeren Smoothies, Pancakes und Pfannkuchen, Avocado mit Lachs, einer Handvoll Nüsse oder einfach mal die Reste vom Vorabend kommt in meinem Paleo-Frühstücks-Repertoire eigentlich keine Langeweile auf.

Wer es vorzieht weiterhin sein Brot zu essen der kann sich auch ein Paleo-Brot backen. Glutenfreies Mehl aus Nüssen oder Kokosmehl kann mit Ei und wenigen weiteren Zutaten ohne Probleme zu einem Brotleib geformt und gebacken werden. Ich persönlich backe mir nur sehr selten Paleo-Brot, da ich frische Nahrungsmittel zum Frühstück bevorzuge. Ich kenne aber auch Menschen, die einmal die Woche ein Paleo-Brot backen und dann 2-3 Tage davon essen. Am Ende muss es jeder selber entscheiden.

An dieser Stelle werfe ich jetzt allerdings eine neue Frage auf, die ich dir eingangs als Überraschung erwähnt habe. Ist es eigentlich ein „Muss“ morgens zu frühstücken?

Wie oben beschrieben, war als junger Mensch Frühstücken stets eine Überwindung für mich. Die Folge: Ich habe mindestens 4-5 Tage in der Woche gar nicht gefrühstückt. Erst zum Mittag hin habe ich die ersten Happen zu mir genommen. War das nun gut?

Retrospektiv kann man sagen, es war eine Art unbewusstes Fasten. Und zwar genauer gesagt in Form von intermittierendem Fasten.
Übersetzt bedeutet es periodisch oder unterbrochenes Fasten (lateinisch „intermittere“) und bezieht sich auf den Fastenzyklus. Das heißt, es wird zunächst gegessen, dann für eine bestimmte Zeit nichts gegessen. Normalerweise ist die Fastenphase 16-24 Stunden lang.

In meinem Fall in der Schulzeit kann man das dann so betrachten:

  • Normaler Tag: 2-4 Mahlzeiten, letzte Mahlzeit gegen 19.00
  • Nächster Tag: Erste Mahlzeit gegen 11.00
  • Fastenphase: 16 Stunden (von 19.00 – 11.00)

Ich habe also bereits als Schüler unbewusst intermittierendes Fasten betrieben. Möglicherweise ist das ein Grund warum ich Zeit meiner Jugend nie auch nur ein Gramm Fett zu viel an meinem Körper hatte.

Die Methode: Intermittierendes Fasten

Intermittierendes Fasten, als spezielle Form des Fastens, ist die Methode die den Stoffwechsel auf Touren bringt ohne dabei Kalorien zu reduzieren. Eine Phase der Nahrungsaufnahme wechselt sich mit einer Fastenphase ab.

Es gibt zwei gängige Varianten:

1) Tägliches Fasten
Hierbei werden 8 Stunden gegessen, und die restlichen 16 Stunden gefastet.

2) Wöchentliches Fasten
Hier wird ganz normal gegessen und an einem bis zwei Tagen gefastet.

Ich persönlich bevorzuge nach wie vor die erste Methode, habe aber auch schon die wöchentliche Methode ausprobiert. Diese Form der Ernährung mit Phasen einer Energieaufnahme und Energieabgabe, ist sehr ursprünglich und wurde durch unsere Vorfahren geprägt. Unser Stoffwechsel ist an diese Situation optimal angepasst. In der Steinzeit und auch später gab es (wenn auch unbewusst) immer wieder Fastenphasen und es müssen Zeitfenster entstanden sein, in denen der Körper ohne Energie in Form von Nahrung auskommen musste. Mit intermittierendem Fasten bedienen wir diese uralten Stoffwechselwege.
Mittlerweile sind die Effekte von Intermittierendem Fasten beim Menschen auch wissenschaftlich (Quelle) untermauert.

Zwei wesentliche Faktoren spielen eine Rolle:

1. Reduzierung von Stress auf unsere Zellen
2. Zunahme der Resistenz von Zellen gegenüber Stress

Unsere Zellen werden vereinfacht gesagt entlastet. Zudem wird unser Stoffwechsel durch Intermittierendes Fasten flexibel und die Zellen sind sensitiver für Insulin, wodurch Diabetes und Herzkrankheiten aktiv vorgebeugt werden kann. Intermittierendem Fasten wird zudem ein positiver Effekt in Bezug zum Alterungsprozess und Schutz gegen Krankheiten nachgesagt. Das Ärzteblatt schreibt hierzu im Juni 2015: „Intermittierendes Fasten hält jung und gesund“ (link)

Auch für ein nachhaltiges Abnehmen und zur Gewichtsreduktion ist es aus den oben genannten Gründen der Goldstandard.

Ich wende diese Methode in der Woche mehrmals an. In der Regel setze ich dann mit dem Frühstück aus. Kaffee oder grünen Tee trinke ich morgens mal ja mal nein. Auch hier bleibe ich flexibel und gewöhne meinen Stoffwechsel an keine Regelmäßigkeit. Meistens esse ich dann gegen 11.00-12.00 meine erste Mahlzeit.

Ein Paleo Frühstück im Sinne der Gesundheit, Vitalität und Fitness kann also unter Umständen ganz einfach sein. 😉

Der belebende Effekt und meine Leistungsfähigkeit sprechen dabei für sich. Am besten du probierst es einfach mal selber aus.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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