Paleo? Muss ich denn jetzt auf mein Brot verzichten?

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Was passiert im Körper?

Essen wir Brot, werden die Stärke darin in Zucker umgewandelt, wodurch unsere Bauchspeicheldrüse Insulin produziert. Dieses Hormon ermöglicht es den Zucker in unsere Zellen zu schleusen und dort zu verwerten. Das natürliche Prinzip der Energieverwertung im Körper. Es wird jedoch problematisch, wenn dauerhaft Energie, also besonders kohlenhydratreiche und „leere“ Kalorien aufgenommen werden. Morgens, Mittags und Abends Brot oder andere Getreideprodukte führen zu einem Energieüberschuss im Körper, da die Zellen irgendwann übersättigt sind. Dieser Überschuss wird dann zwangsläufig in Fettspeicher an Bauch, Beine und Po angelegt. Wiederum ein natürlicher Vorgang, der eigentlich auch Sinn macht. Das Problem ist nur, die Speicher der meisten Menschen werden nie geleert. Tag aus, Tag ein werden wieder neue Kohlenhydrate und leere Kalorien aufgenommen, die den eben beschriebenen Prozess weiter vorantreiben. Die Folge ist ein schleichender Prozess mit Übergewicht. Von Folgen wie Insulinresistenz und dem Vollbild des Diabetes mellitus ganz zu schweigen.

Getreide in der Steinzeit?

Der Steinzeitmensch kannte kein Getreide, dieses wird erst seit 10.000- 20.000 Jahren angebaut und kultiviert. Ein sehr kleiner Zeitraum innerhalb der Evolution, was bedeutet, dass die meisten Menschen Getreide überhaupt nicht vertragen können, da sich der Verdauungstrakt an diese Nahrungsmittel noch nicht optimal anpassen konnte. Dadurch entsteht das zweite Problem. Menschen leiden an Verdauungsbeschwerden. Als Ursache kommen hierfür die in Getreide enthaltenen Antinährstoffe in Frage.

Allen voran das Gluten. Du hast sicher schon glutenfreie Produkte im Supermarkt bemerkt oder selber konsumiert!?

Was sagt die Medizin zu Gluten?

Die Medizin gibt dem Kind einen Namen: Zöliakie. Schätzungsweise jeder 200. Mensch in Deutschland leidet an Zöliakie. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen, da die Diagnose meist nicht erkannt wird.

Was ist Zöliakie?

Einfach gesagt, ist dieses Krankheitsbild eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmter Inhaltsstoffe in Getreideprodukten. Man spricht auf von Glutenunverträglichkeit. Gluten ist das „Klebeiweiß“ im Brot. Es macht den Teig schön klebrig und macht das Brot fester. Faktisch ist es so, dass in den letzten Jahren der Glutengehalt im Getreide zugenommen hat. Man hat bewusst Sorten gezüchtet, die einen höheren Gehalt aufweisen. Dadurch hat das Mehl für die industrielle Herstellung einen Mehrwert, weil die Produkte vielseitiger sind und besser aussehen.

Gluten führt im Darm zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut, da der Körper Antikörper gegen Gluten entwickelt. Die Darmoberfläche verändert sich und führt zu einer verminderten Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen wie Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Ein dauerhafter Mangelzustand ist die Folge.

Symptome sind unter anderem Bauchschmerzen, Blähungen,Durchfall, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Aber auch andere Symptome können entweder ergänzend oder isoliert auftreten.

Paleo und Getreide

Aus den oben beschriebenen Tatsachen macht es keinen Sinn Getreide in großen Mengen oder überhaupt zu konsumieren. In der Paleo Welt gehen viele Experten davon aus, dass Gluten für jeden Menschen problematisch ist. Für den einen eben mehr, für den anderen eben weniger. Viele Menschen haben bereits Beschwerden, können die Symptome aber nicht der Darmprobleme zuordnen. Bei anderen Menschen müssen noch weitere Faktoren hinzukommen wie z.B. weitere Belastungen des Darms durch Fehl- und Mangelernährung oder Stress.

So müssen echte Alternativen her. Innerhalb der Paleo Diät begegnet man der Verzicht auf Brot mit anderen nahrhaften Gerichten und Alternativen. Nach etwas Übung und einem neu sortieren Kühlschrank funktioniert die Umstellung auf „Brotfrei“ auch erstaunlich gut. Unterm Strich sind die Mahlzeiten einfach abwechslungsreicher. Man isst eben frische Lebensmittel mit bunten Farbe, in diversen Varianten und Kreationen und nicht die recht langweilige Scheibe Brot mit Käse.

Abendbrot, beliebt bei vielen Deutschen

Ich gebe zu, dass die Umstellung für viele der Knackpunkt ist, haben doch viele Menschen ihre „Stulle“ oder ihre „Bemme“ lieb gewonnen. Das Abendbrot ist in vielen deutschen Haushalten ein tägliches Ritual. Wer es jedoch wirklich ernst meint mit der Paleo Diät und im besonderen mit seiner Gesundheit, der lässt das Brot zukünftig im Regal stehen oder schränkt den Brotkonsum immerhin ein.

Paleo Brot Rezept

Für alle die jetzt am Boden zerstört sind, kommt hier noch eine kleine Aufmunterung. Auch in der Paleo Diät wird Brot gebacken! Brot das aus Nüssen oder Nussmehl hergestellt wird, enthält keine Antinährstoffe und weniger Kohlenhydrate. Für viele Paleo Diätler ist es mittlerweile eine echte Alternative. Auch ich backe ab und zu ein Brot. Zu meinem Lieblings Paleobrot gehört das Mandelbrot mit Oliven und Tomaten. Mit einer leckeren Pesto oder einer Salsa schmeckt es mir besonders abends hervorragend. Einfach mal ausprobieren! Hier geht es zum Paleo-Brot Rezept: Mandelbrot mit Oliven und Tomaten

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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