Prinzip Paleo´s liebste Küchenexoten: Papaya

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Herkunft und Geschichte der Papaya

Als ursprüngliche Heimat der Papaya wird in Mexiko vermutet und im Tiefland der Tropen und in Küstenregionen des amerikanischen Kontinents. Ihr Name geht aus der Sprache der Arawak hervor, einem indigenen Volk von der Nordküste Südamerikas.

Allerdings wurde sie schon bald zum Exportschlager. Zu Beginn des 16. Jahrhundert begannen die Spanier diese Pflanzenart bereits auf den Antillen und den Philippinen anzupflanzen. Durch spanische und portugiesische Seefahrer wurde die Papaya schließlich in viele ferne Länder getragen, sogar bis nach Europa.

Es ranken sich viele spannende Geschichten um diese besondere Frucht. So soll Kolumbus sehr beeindruckt von der Wirkweise der Papaya gewesen sein. Er soll bei Ureinwohnern in der Karibik beobachtet haben, wie sie ihre Mahlzeiten möglichst mit einer Papaya ab rundeten, um so Verdauungsproblemen zu vermeiden.
Und auch der große Marco Polo wusste die Frucht aufgrund ihrer lebensrettenden Wirkung bei drohendem Vitaminmangel auf langen Seefahrten wohl zu schätzen.

Beschreibung: die Papaya

Die Papaya (Carica papaya) ist eigentlich ein Baum. Der Melonenbaum oder Papayabaum wird zu den Melonenbaumgewächsen gezählt (Caricaceae) und heute weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert. Die wichtigsten Anbauorte sind Australien, Indien, Mittel- und Südamerika sowie weitere Länder in Westafrikas und Kenia.

papaya baum

Papaya Früchte am Baum.

Die länglich-ovale Frucht wird bis zu 45 cm lang und kann einen Durchmesser von 30 cm erreichen.Sie wiegt zwischen 3 bis 6 kg. In Europa kommen primär brasilianische Papayas in den Handel, die mit einem Gewicht von ungefähr 0,5 kg deutlich kleiner sind. Eine ausgereifte Papayafrucht ist gelblich-grün, das Fruchtfleisch ist hell-orange oder rosa und mit schwarzen Kerne in der Mitte. Papaya-Früchte sollten am besten kühl um die 7°C gelagert werden, da sie relativ schnell verderben.

Inhaltsstoffe der Papaya

Wie alle Beerenfrüchte ist die Papaya reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Der hohe Gehalt an Vitamin C, Kalium, Magnesium und Beta-Carotin und bestimmten Enzymen machen die Papaya-Frucht zu einem sehr guten Nährstoff-Lieferanten.

NährstoffeAngaben pro 100 g Papaya
Brennwert149 Kj (36 kcal)
Wasser90 g
Kohlenhydrate7,1 g
Fett0,1 g
Eiweiß0,5 g
Ballaststoffe1,9 g
Vitamin C61 mg (76%)*
Vitamin A47 µg (6%)*
Folsäure37 µg (19%)*
Kalium180 mg (9%)*
Magnesium21 mg (6%)*

*= Angabe der empfohlenen Tagesmenge in Klammern in Prozent nach Dietary Reference Intake (DRI) Quelle)

Wirkweise der Papaya auf den Körper

Um die Papaya herum gibt es viele spannende Mythen und Geschichten in Sachen Gesundheit. Die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, beschreiben bereits lange vor unserer Zeit ihre heilenden Kräfte. Ein krebskranker Mann, Frank Sheldon soll in den 1960er Jahren durch eine Rezeptur, einem Extrakt von abgekochten Papayablättern, den er dreimal täglich zu sich nahm, seinen Lungenkrebs geheilt haben.

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Positive Wirkweisen der Papaya auf:

  • Eiweißverdauung
  • Darmflora und Darmmilieu
  • Blähungen und Darmdysbiosen
  • Chemotherapie
  • Wurmbefall
  • Fieber, Malaria
  • Abmagerung (auch Krebskachexie)

In einigen westafrikanischen Ländern wird aus den Blättern ein Tee gekocht, der als Vorbeugung gegen eine mögliche Malaria-Erkrankung konsumiert wird. Die Amazonas Bewohner verzehren die Wurzeln bei Verdauungsstörungen und die Früchte als Antiseptikum. In Mexiko werden auch die Blätter zur Behandlung von Verstopfung und bei Hautausschlägen eingesetzt und hawaiianische Mütter sollen einen Aufguss der Frucht konsumieren, um die Produktion von Muttermilch zu fördern.

Ein Mittel gegen Krebs?

Papaya wird sogar positive Auswirkungen auf einige Krebsarten nachgesagt. Die Inhaltsstoffe des Papaya-Blattes, besonders Papain und Carpain, haben möglicherweise einen Effekt auf von Krebs befallenes Gewebe. Die enthaltenen Papaya-Enzyme helfen die Eiweißhülle der Krebszellen aufzulösen, wodurch sie für die Immunabwehr wieder erkennbar und angreifbar werden.

Einige Wissenschaftler haben das Thema bereits angegangen (Quelle). Die Recherche ergibt allerdings hierfür keine klinischen oder tierischen Krebsstudien, sondern nur ein paar in vitro-Zellkultur-basierte Studien. Dabei könnte Papaya Extrakt das Wachstum verschiedener Arten von Krebszellen hemmen. Für bestimmte Verbindungen in der Papaya liegen weitere Untersuchungen vor, welche einige krebsbekämpfende Aktivitäten rechtfertigen könnten. Die verantwortliche Universität in Queensland resümiert vorerst, dass Papaya durchaus einen positiven Effekt in der Krebstherapie haben könnte. Die Daten die bisher vorliegen, sind jedoch nicht ausreichend um Krebs mit Papaya Extrakt wirkungsvoll zu behandeln. Weitere Untersuchungen sind erstrebenswert, da eine Begleittherapie zur Chemotherapie bereits erfolgversprechend aussieht.

Spannende Geschichten auf jeden Fall, die deutlich machen sollen, welches therapeutische Potenzial die Papaya möglicherweise hat. Nebenwirkungen sind übrigens nicht bekannt!

In den Kernen steckt die Kraft

Hierzulande ist es schwer an hochwertige Papayablätter zu kommen. Die Kerne der Papaya enthalten ebenfalls große Mengen an Papain, dem Enzym das bei der Eiweißspaltung hilft. Die dunklen Kernen der Papaya sind durchaus gut genießbar. Wenn sie getrocknet werden, können sie als Gewürz zum Einsatz kommen. Sie haben einen pfeffrigen Geschmack und wirken direkt bei Verstopfung, Blähungen und Magenverstimmung.

Papaya Kerne

Die Kerne der Papaya.

Papain baut unverdaute Eiweiße im Darm ab, indem es bei der Aufspaltung hilft. So kann sich die Darmflora verbessern und den Darm weniger anfällig für den Befall mit Würmern und anderen Parasiten machen.

Außerdem werden Papayakerne bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen eingesetzt, da sie eine starke antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung auf das Verdauungssystem haben sollen. Wissenschaftliche Studien (Quelle) zeigen, dass ein Extrakt aus Papayasamen wirksam gegen Bakterienstämme wie Escherichia coli, Salmonellen, Staphylokokken und andere gefährliche Bakterien haben sollen.

Tipps zur Superfrucht Papaya

Die Papaya Frucht ist wertvoll für die Gesundheit und vereint mehrere positive gesundheitliche Vorteile. Interessant ist der Verzehr bei Menschen mit Magen- und Darm Problemen, die durch die Papaya Frucht direkt verbessert werden können.

Beim Verzehr von Papaya sollte man auf frische Papayas mit rötlich-oranger Haut achten, die sich weich anfühlen. Die Papaya wird wie eine Melone aufgeschnitten, die Samen werden mit einem Löffel heraus geschält und das Fruchtfleisch wird weiterverarbeitet.

Die Samen der Papaya können dann getrocknet werden. Hierfür einfach wie folgt vorgehen:

  • Kerne aus der Frucht entfernen.
  • Die Kerne auf einem mit Backpapier belegten Blech ausbreiten und dann im Backofen bei 50 Grad für 2-3 Stunden trocknen.
  • Danach in eine Pfeffermühle füllen und wie Pfeffer verwenden.

ABER: Die Kerne sollten nicht dauerhaft, sondern eher wie eine Kur über ein paar Wochen angewendet werden. Dann wirken sie sehr positiv auf unseren Organismus. Die empfohlene Dosis von einem halben bis vollen Teelöffel pro Tag sollte nicht überschritten werden. Die Kerne sollten nicht im Ganzen, sondern nur klein gerieben verzehrt werden!

Schwangeren Frauen und Kindern wird von der Einnahme der Kerne abgeraten. Und Paare mit Kinderwunsch sollten die Einnahme nur nach Absprache mit einem Experten durchführen. Im Tierexperiment konnte diesbezüglich eine Verhütungsähnliche Wirkung nachgewiesen werden.

Ansonsten sind Papayas schöne, weiche, vielseitige Früchte, die gut schmecken und bekömmlich sind. Ideale Früchte für tropische Fruchtsalate zum Beispiel mit frischer Papaya, Ananas und Mango oder als Salsa mit Mango, Chilischote, Paprikapulver Pfeffer, die perfekt zu Fisch passt.

Sie können aber auch in Currys, Suppen oder in einem herzhaften Salat auftauchen. Ich esse sie sehr gerne mit im Salat mit Frühlingszwiebeln, gekochtem Ei und Pfeffer (Tipp: Die Papaya sollte dabei noch nicht zu reif sein).

Welches Papaya Rezept kannst du empfehlen? Ich freue mich über deine Ideen. Gerne in den Kommentaren posten!

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler
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1 Kommentar

  1. Ariane Rupp

    Papaya ist toll! Ich liebe sie als Nachtisch mit aufgeschlagenen Kokoscreme und mit Zimt oder Vanillepulver.

    Antworten

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