Stoffwechsel und Hormone im Paleo Fokus: Das polyzystische Ovarial- oder Ovarsyndrom (PCOS)

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Die ersten Anzeichen eines PCOS

Leichter Bartwuchs auf der Oberlippe oder auch am Kinn können bei jungen Frauen die ersten Anzeichen für ein PCOS sein. Dazu kommen weiter Hautprobleme wie Akne, Fettansammlung am Bauch, sowie fettende und immer dünner werdende Haare. Die Figur kommt eher einem „männlicheren“ Muster nahe: ein dicker Bauch, statt einer Sanduhr. Gerade jungen Frauen machen diese Dinge schwer zu schaffen.

Irgendwann spielt auch der Zyklus verrückt und die Monatsblutung tritt unregelmäßig ein. Bei einem bestehenden Kinderwunsch kommt es im Verlauf der Erkrankung oft zu Problemen, die Frauen werden nicht schwanger und der Kinderwunsch bleibt zunächst unerfüllt. Um das Ganze abzurunden, haben Frauen mit PCOS zudem erhöhte Blutfettwerte und ein höheres Risiko für typisch „männliche“ Krankheiten wie Herzinfarkt.

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PCOS im Überblick

  • veränderter Zyklus mit seltener bis ganz ausbleibender Periode
  • vermehrte Gesichtsbehaarung, unreine Haut, fettiges Haar und/oder Haarausfall
  • Tendenz zu Übergewicht, Probleme beim Abnehmen
  • Überschuss an männlichen Hormonen (Androgene), sowie Erhöhung des Hirnanhangsdrüsehormons LH (verantwortlich für die Produktion männlicher Hormone in den Eierstöcken)
  • vergrößerte Eierstöcke mit zahlreichen kleinen Follikeln oder schmerzhaften Zysten (erkennbar durch Ultraschall Untersuchung)

Was verursacht ein polyzystisches Ovarial- oder Ovarsyndrom?

Niemand weiß genau, woher ein polyzystisches Ovarial- oder Ovarsyndrom letztendlich kommt. Es gibt eine genetische Komponente für die Entwicklung von hohen Androgenen bei Frauen mit PCOS. Diese Gene können jedoch durch Umweltfaktoren ein- und ausgeschaltet werden. Stichwort Epigenetik. Personen mit PCOS-Genen werden anfälliger für die Ausprägung der Symptome, wenn die richtigen Umweltfaktoren vorhanden sind. Andersherum gesagt, wenn wir diese Umweltfaktoren beseitigen, bleiben die Symptome von PCOS aus oder können umgekehrt werden.

Der Trick ist herauszufinden, welche Umweltfaktoren dich beeinflussen.

Neben genetischen Aspekten spielen nach heutigem Kenntnisstand also der Lifestyle eine entscheidende Rolle. Eine genetische Veranlagung für etwas zu haben, bedeutet nicht, dass es einer Person widerfährt, während ein gesunder Lebensstil kein Garant für ein Ausbleiben der Erkrankung sein muss. Spannenderweise gibt es eine ganze Reihe von Beweisen, dass PCOS stark von der Ernährung beeinflusst werden kann. Wie die Paleo Ernährung Einfluss nehmen kann auf das PCOS und welche Ernährungsstrategien helfen, es zu kontrollieren, erfährst du noch.

PCOS und Insulinresistenz

Bevor wir uns über die Möglichkeiten der Paleo Ernährung im Klaren werden, blicken wir auf die entscheidende Größe in der Formel, das Phänomen der Insulinresistenz. Interessanterweise treten beide Störungsbilder häufig parallel auf.

In einer Studie konnten bei Patientinnen mit PCOS basal höhere Glukose- und periphere Insulinkonzentrationen im Blut, verglichen mit der Kontrollgruppe, festgestellt werden. Betroffene zeigen also formal eine höhere Insulinresistenz mit einer kompensatorischen Hyperinsulinämie (verstärkten Insulinausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse), die sich zu einemTyp-2-Diabetes mellitus (DM) entwickeln kann.

Obwohl das Vorhandensein von Insulinresistenz für die Diagnose von PCOS nicht notwendig ist, nehmen immer mehr Experten an, dass Insulinresistenz beim PCO-Syndrom eine bedeutende Rolle spielt. Die Prävalenz einer Insulinresistenz bei PCOS liegt im Bereich von 50-70 % und tritt unabhängig von Fettleibigkeit auf!

Zum Verständnis, das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist die häufigste endokrinologische Ursache für Unfruchtbarkeit, Menstruationsstörungen und männliche Behaarung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Ein hoher Insulinspiegel stimuliert die Eierstöcke, mehr Androgene zu produzieren. Diese reduzieren auch die Menge an Sex Hormone Binding Globulin (SHBG) im Blut. SHBG ist wie ein Schwamm für überschüssige Hormone. Wenn der SHBG Spiegel niedrig ist, dann ist der Spiegel frei zirkulierender männlicher Hormone im Blut viel höher und die Symptome werden stärker.

In einer amerikanischen Studie hatten bis zu 31,3 % der Patienten mit PCOS eine beeinträchtigte Glukosetoleranz und 7,5 % Typ 2 DM, verglichen mit 14 % und 0 % in der Kontrollgruppe ohne PCOS. Eine beeinträchtigte Glukosetoleranz kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Mortalität und Typ 2 DM nachhaltig erhöhen. Die International Diabetes Federation hat PCOS bereits als einen signifikanten Risikofaktor eingestuft, der mit Typ 2 DM verbunden ist.

Tipps bei POCS und Insulinresistenz

Sobald das Thema Insulinresistenz aufkommt, ist auch klar, dass der Lebensstil eine wichtige Komponente zur Rehabilitation spielen wird, so also auch beim PCOS.
Wenn du das Thema Insulinresistent zunächst genauer verstehen willst, empfehle ich dir meinen Artikel dazu zu lesen.

Neben dem Verzehr von zu vielen raffinierten Kohlenhydraten und den falschen Fetten spielen das viszerale Bauchfett und niedriggradige Entzündungen eine entscheidende Rolle beim Thema Insulinresistenz. Ein ganzheitliches Gewichtsmanagement ist also in jedem Fall anzuraten.

Studien haben gezeigt, dass Entzündungen zu Insulinresistenz führen können und möglicherweise vorhanden sein müssen, damit Insulinresistenz überhaupt auftreten kann. Entzündungen sind eine normale Reaktion unseres Immunsystems und überlebenswichtig. Probleme entstehen, wenn unser Immunsystem chronisch aktiviert wird. Diese chronische Entzündung schädigt unsere Zellen. Es gilt also unbedingt die stille Entzündung in den Griff zu bekommen!

Frauen mit PCOS haben signifikant höhere Werte an entzündlichen Blutmarkern als „normale“ Frauen. Einige Experten sind mittlerweile der Meinung, dass PCOS eine entzündlich bedingte Erkrankung ist, ähnlich wie Fettleibigkeit, Diabetes, Multiple Sklerose, Herzerkrankungen und bestimmte Krebsformen.

Treten Insulinresistenz und PCOS gemeinsam auf, ist das kein Zufall. Die Grundlage könnte eine unterschwellige Entzündung sein. Dies ist sehr wichtig zu verstehen, wenn es um die PCOS-Behandlung geht. An dieser Stelle reicht es einfach nicht aus, die “Kohlenhydrate” aus dem Speiseplan zu streichen. Primär muss der stillen Entzündung entgegen gewirkt werden. Wenn du erfahren willst, was du mit Paleo Heilfasten erreichen kannst, um eine niedriggradige Entzündung zu therapieren, lies hier weiter.

Nur soviel sei schon einmal verraten, die Lösung liegt wie so oft in der Ausheilung deines Darms, in der Wiederherstellung deiner metabolischen Flexibilität und Stress-Homöostase.

WICHTIG: Solltest du an einem PCOS, Übergewicht und Anzeichen einer Insulinresistenz oder stillen Entzündung leiden, ist guter Rat gold wert. Neben der Betreuung durch den Frauenarzt sind weitere Experten und Coaches zur optimalen Therapie ratsam. Von entscheidender Bedeutung ist die richtige Untersuchung und Befundung mit Anamnese, Blutanalyse im Labor und interdisziplinärem Ansatz.

Als Paleo Coach helfe ich dir gerne auf den Weg in die richtige Richtung.

Für eine kostenlose Erstberatung schreib mir an christian@prinzippaleo.de oder über unser Kontaktformular hier.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler
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