Warum der Paleo Lifestyle die innere Uhr optimal taktet

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Der circadiane Rhythmus

Die Erstentdeckung

Jedes Lebewesen folgt einem Tag-Nacht-Rhythmus. Dieser ist zunächst einmal unabhängig von den äußeren Umständen, wie zum Beispiel Licht.

Das Phänomen lässt sich bei Pflanzen direkt beobachten, die ihre Blüten oder Blätter öffnen und schließen, auch dann wenn sie in völliger Dunkelheit untergebracht werden. Auch wir Menschen ticken so, wie in den 60er Jahren in Experimenten in völliger Dunkelheit gezeigt wurde. Damals wollten die Forscher herausfinden, ob die äußeren Umständen einen direkten Einfluss auf unser Zeitempfinden und die innere Uhr des Körpers haben. Dafür wurden Probanden in dunklen Räumen untergebracht. Das Spannende war, dass trotz Dunkelheit die innere Uhr weiter läuft. Die Menschen waren ca. 16 Stunden wach, wurden müde und hungrig und schliefen weitere 8 Stunden. Das Zeitempfinden änderte sich zwar etwas, der circadiane Rhythmus arbeitete aber auch ohne Tageslicht einfach weiter. Weitere überlebenswichtige körperliche Funktionen wie Herzfrequenz, Blutdruck, Stoffwechsel, Hormonsteuerung, Körpertemperatur, die auch einem bestimmten Rhythmus folgen, liefen auch unbeeindruckt weiter.

Heute weiß man, dass diverse Gene und mit ihnen verbundene Proteine, diese wiederkehrenden Rhythmen steuern. Dieses selbst-regulierende System trägt den Namen TTFL (Transcription-Translation Feedback Loop).

Jahreszeiten und die innere Uhr

Unsere innere Uhr tickt also zunächst munter weiter, egal in welcher Zeitzone wir uns befinden oder wie die äußeren Umstände aussehen. Aber ist das schon die ganze Wahrheit?

Lebewesen überleben zwar zunächst auch in völliger Dunkelheit, allerdings ergeben sich auf Dauer schwere Probleme für unseren Organismus. Offensichtlich braucht es eine zusätzliche “Reize” von außen, die uns richtig kalibrieren

Ein britisch-deutsches Forscherteam (https://www.nature.com/articles/ncomms8000) konnten zeigen, dass die Aktivität von bestimmten Genen des Immunsystems mit der Jahreszeit variiert. Dabei passt sich der Organismus an die jeweiligen Herausforderungen von Sommer oder Winter an.
Dabei arbeiten eine ganze Reihe von Genen saisonabhängig mal mehr oder weniger.
Es wurden zum Beispiel bei Europäern im Winter mehr immunaktive Proteine im Blut gefunden, als im Sommer. Der Körper reagiert damit wohl auf eine steigende Ansteckungsgefahr in dieser Saison. Interessant ist auch, dass auch bestimmte Gene die den Fettstoffwechsel beeinflussen, in der kalten Jahreszeit anders arbeiten als im Sommer.

Forscher aus Israel konnten zeigen, dass unsere Darmflora ebenfalls tägliche Schwingungen aufweist. Im Mäuseexperiment konnten sie beispielsweise zeigen, dass ein künstlich herbeigeführtes Jetlag, sich auf die Aktivität ihrer Darmbewohner auswirkt und Diese aus dem Takt bringt. Das Zuführen von sehr energiereicher Nahrung (Kohlenhydrate und Fette in Kombination) führte in der Folge schnell zu einer Gewichtszunahme und ersten Stoffwechselstörungen, die das Risiko für ein Diabetes erhöhen. Der Effekt wurde danach auch an zwei menschlichen Probanden nachgewiesen.

Aus Paleo Sicht macht das natürlich Sinn, denn im Winter ist das Nahrungs- und Bewegungsangebot nun einmal anders als im Sommer. Spannend, dass die Forschung hier nun handfeste Hinweise liefert. Wieder ein Argument sich mit natürlicher und saisonaler Paleo Diät zu beschäftigen.

Licht und die innere Uhr

Die Hauptuhr bzw. der Haupt-Taktgeber befindet sich in unserem Gehirn. Ein kleiner Nervenkern (der suprachiasmatische Nucleus), nicht größer ist als ein Reiskorn, liegt in etwa auf Höhe des Nasenrückens.
Dieser Nervenkern reagiert vor allem auf Lichtunterschiede, die ihm von speziellen Zellen der Netzhaut übermittelt werden. Er bringt über unsere Augen alle biologischen Prozesse in den richtigen Takt. Man kann das ganze mit einem Orchester vergleichen, dass durch den Dirigenten erst richtig schön klingt.

Früher haben sich die Menschen primär an der Sonne orientiert. So hat sich in der Evolution die innere Uhr an die saisonalen Bedingungen angepasst. Für unsere Breitengrade heisst das, im Sommer mehr Licht und im Winter deutlich weniger Licht. Auf diese Bedingungen stellt sich der Dirigent in unserem Körper ein. Die Folge sind zum Beispiel Veränderungen bei unseren Schlafhormonen. Das Schlafhormon Melatonin, pegelt sich auf die jeweils aktuelle Periode zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ein. Ein Grund warum wir im Winter einfach inaktiver sind, als im Sommer.

Ein Besuch in der Natur justiert unsere innere Uhr neu

Seit Erfindung der Elektrizität und der Elektrotechnik im 19. Jahrhundert haben wir künstliche Lichtquellen. Diese sind eine ständige Herausforderung für unseren inneren Taktgeber. Dazu kommen Nacht- oder Schichtarbeit, lange Disko-Abende, Zeitumstellungen, aber auch erhöhter Koffeinkonsum, Stress und künstliche Lichtquellen in unseren Wohnungen und Häusern. All das führt dazu, dass wir unseren Tag künstlich verlängern.

Auf Dauer kann dieser Umstand zu körperlichen und seelischen Problemen führen. Schlafstörungen, Leistungsabfall und Verstimmungen bis hin zu Depressionen können die Folge sein und, auch das Risiko für körperliche Erkrankungen steigt an.

Die Hauptenergie für unsere zentrale innere Uhr ist das Sonnenlicht. Das bedeutet je nachdem wann die Sonne auf- und untergeht, stimmt sich unser Körper auf Aktivität oder Entspannung ein. Es macht also Sinn Aktivitäten am Tage durchzuführen. Wer viel in geschlossenen Räumen arbeitet, sollte jede freie Minute ans Tageslicht gehen, auch im Winter. Sport und Bewegung sollten so oft es geht, ebenfalls in die Natur verlegt werden. Paleo Fitness bietet uns hier super Möglichkeiten.

Die Frage ist wie können wir unsere innere Uhr schnell wieder optimal ausrichten, um so vital und gesund zu bleiben?

Im Grunde ist die Antwort recht einfach, wir müssen eine natürliche Umgebung schaffen. Folgen wir dem natürlichen Sonnenauf- und untergang ordnen sich die rhythmischen Vorgänge in unserem Körper wieder neu. Und das sogar recht schnell!

Experimente beim Campen in der Wildnis zeigen, dass wir uns je nach Jahreszeit schnell an die Sonnenzeit anpassen. Es werden schneller passende Schlafhormone ausgeschüttet und die Schlafenszeit an das Angebot an Tageslicht angepasst. Licht gab es nämlich in sehr hohen Dosierungen, die Sommercamper hatten viermal, die Wintercamper dreizehnmal mehr Licht wie die Stubenhocker.

Der Effekt der Anpassung war übrigens sehr schnell erreicht. Die Taktung der inneren Uhr wurde durch einen Aufenthalt in der Natur, mit natürlicher Lichtbelastung, bereits nach einem Wochenende erreicht!!

Fazit: Warum der Paleo Lifestyle die innere Uhr optimal taktet

Wir kommen aus der Natur und haben uns über Jahrmillionen an sie angepasst. Zwar funktioniert unser Organismus auch in einer lebensfeindlichen Umgebung, allerdings führt eine dauerhaft “falsch” getaktete Uhr möglicherweise zu Schlafstörungen, Schwäche und Krankheit.
Mit dem Paleo Lifestyle gelingt es uns die innere Uhr wieder optimal auszurichten und damit aktiv unsere Gesundheit zu fördern. Also öfter mal ein Zeltwochenende einschieben, im Grünen bewegen und saisonal Essen.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

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