Wie Du die Kälte zum erhöhten Fettabbau nutzen kannst

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Überleben in der Kälte

Immer wieder begegnet mir die Frage, wie man das ungeliebte Bauchfett denn reduzieren könne? Das Diät, Bewegung und Stressfaktoren eine Rolle spielen brauche ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Aber wusstest du, dass auch die Außentemperatur mit der Fettverbrennung zu tun hat?

Das liegt an einem einfachen Prinzip: Wenn die Außentemperatur weit unter unserer Körpertemperatur liegt, muss unser Körper schlicht mehr “machen”, um die ~37 Grad C° Körperkerntemperatur aufrechtzuerhalten. Hierfür nutzt er die Muskulatur, wir fangen an zu zittern, aber auch die Fettzellen.

Wer viel weißes Körperfett unter der Haut hat, der ist erst einmal besser isoliert. Das ist ein Grund, warum beleibte Menschen weniger schnell Frieren, als dünne Menschen. Allerdings ist das eine passive Strategie, sich vor der Kälte zu schützen. Besser ist es sich zu bewegen und die Muskeln einzusetzen, bei der als Nebenprodukt Wärme entsteht.

Fett ist nicht gleich Fett

Eine weitere Möglichkeit ist es mit Hilfe von Fettgewebe, Wärme zu aktivieren! Wie das geht?

Neben dem weißen oder univakuoläre Fett, dass von vielen Menschen als “Staatsfeind” Nummer eins betrachtet wird, existiert noch braunes oder auch multilokuläres Fettgewebe in unserem Körper. Dieses Fett enthält zahlreiche Mitochondrien, die sich in den Zellen befinden. Das sind Zellkraftwerke, die Energie im Körper erzeugen können. (Mehr zu Mitochondrien erfährst du hier)

Braunes Fettgewebe ist bei Säuglingen deutlich ausgeprägt, um sie vor Kälte zu schützen. Geniale Natur! Bei uns Erwachsene tritt es dann aber kaum noch auf. Schade, denn es könnte uns “Ankurbeln” des Fettstoffwechsel helfen.

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Braunes Fett heizt auf

Braunes Fett hilft den Tieren sich nach dem Winterschlaf wieder zu aktivieren. So können die Tiere in Kürze die Körpertemperatur wieder erhöhen. Durch das Stresshormon Noradrenalin wird in den Fettzellen die Aktivität der Mitochondrien erhöht, wodurch Wärme frei wird. Dabei werden freie Fettsäuren in den Mitochondrien verbraucht, was sich in der Kalorienbilanz negativ niederschlägt.

Braunes Fett aktivieren und zusätzliche Kalorien verbrennen

Mit zunehmendem Alter verlieren wir das braune Fett. Dies liegt schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass wir es durch Heizungen und dicke Kleidung nicht mehr brauchen. So geht uns aber auch der Effekt verloren, Fett direkt in Wärme umzuwandeln und somit Energie zu verbrauchen.

Doch die gute Nachricht kommt jetzt: Es konnte gezeigt werden, dass Kälte das braune Fett in unserem Körper wieder vermehrt. Wir können durch Kälte also unseren Fettstoffwechsel ankurbeln. Forscher finden immer mehr Hinweise dafür, dass Kälte die Aktivität des braunen Fettgewebes erhöht und den Gesamtkalorienverbrauch steigert (Quelle).

Diese Tatsache ist für Menschen, die immer noch mit übermässigen Pfunden am Bauch und den Hüften kämpfen ein interessanter Ansatz zur Ergänzung des Ernährungsplans und Bewegungsprogramms, die absolviert werden.

Zudem hat man herausgefunden, dass weißes, inaktives Fettgewebe im Bauch und im Oberschenkel im Winter eine „Bräunung“ aufweist. Das deutet darauf hin, dass kalte Temperaturen die Umwandlung von weißem Fett in braunes Fett ermöglichen! Genial, denn so frieren wir im Winter weniger und werden an den richtigen Stellen auch noch schlanker.

Das ganze Spiel funktioniert sogar schon bei einer milden Abkühlung von wenigen Grad zur gewohnten Temperatur. So haben Experimente gezeigt, dass eine Abkühlung des Schlafraums auf 18 Grad C° bereits Effekte bringen kann. Diese Praxis wird als Kalte Thermogenese bezeichnet und kann zur Verdoppelung des metabolisch aktiven braunen Fettes im Körper, zur Erhöhung der Insulinempfindlichkeit und zur Verbrennung von mehr Kalorien führen (Quelle)

5 Tipps zur Ankurbelung deiner Kalten Thermogenese

  • Mäßig: Dreh die Heizung runter auf ca. 16-18 Grad C° und trage kurze Kleidung. Besonders nachts mit einer dünnen Decke kann das die Kalte Thermogenese erhöhen.
  • Mäßig- Mittel: Geh in kurzer Kleidung ein paar Minuten nach draußen in die Kälte und hol dir deine Portion “Kälte” ab. Bleib solange in der Kälte bis deine Arme oder Beine minimal rot sind (Du kannst natürlich auch vorher abbrechen). Handschuhe helfen anfangs bei der Kälte Party und lassen dich länger durchhalten. Wer mag macht noch eine Schnee Abreibung (sofern Schnee vorhanden ist)
  • Mittel: Mach jeden Morgen kalte Duschen. Beginn entweder lauwarm für 120 s oder direkt kalt und steigere die Kälteanwendung langsam von 10 s auf 20 s,30 s usw. bis zu 120 s. Wichtig ist dabei intensives, ruhiges Atmen.
  • Mittel-Hart: Leg dir mehrere Kühlpacks auf den Körper. Du kannst auch eine Eisweste (und/ oder Hose) tragen, die mit Eispackungen gefüllt ist. Diese Praxis führt dazu, dass der Körper zu zittern beginnt, was zu erhöhter Kalorienverbrennung führt.
  • Hart: Nimm ein Eisbad . Du kannst entweder deine Badewanne mit kaltem Eis- Wasser auffüllen oder in einen kalten See gehen. Beides ist eine große Überwindung und sollte erst nach gründlicher Vorbereitung durchgeführt werden (siehe Tipp 1-4), da sonst ein “Kälteschock” droht, der sehr bedrohlich sein kann. Die Anwendung sollte anfangs sehr kurz sein. Im Wasser ruhig atmen und sobald eine Rötung der Haut eintritt das Bad beenden und warm einpacken.

Fazit – Wie Du die Kälte zum erhöhten Fettabbau nutzen kannst

Kälte kann, wenn sie vernünftig eingesetzt wird, durchaus ihren Teil zu einem erhöhten Kalorienverbrauch beitragen. Braunes Fettgewebe kann durch Kältereize reaktiviert werden und so den Energieverbrauch im Körper ansteigen lassen. Der Effekt ist als Ergänzung zu einer vernünftigen Ernährung und Bewegung, sowie weiteren Lifestyle Faktoren zu betrachten und kein “Wundermittel”. Dennoch ist es spannend, wie wir die Kälte für unsere Zwecke nutzen können.

Vitale Grüße
Unterschrift Christian
Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler
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