Wie Sauerkraut durch Probiotika hilft deine Gesundheit zu verbessern

Teile diesen Artikel auf:

Was passiert beim Fermentieren?

Fermentation oder Fermentierung beschreibt den enzymatischen Umwandlungsprozess eines biologischen Stoffes. Bestimmte Bakterien, Pilze oder anderer Mikroorganismen wirken dabei auf einen organischen Stoff ein. Während der Umwandlung werden Gase, Alkohol und Säuren frei, wodurch sich der Veredelungsprozess erklären lässt. Ein Beispiel ist die Erzeugung von Bier oder Wein. Ebenso wird durch Fermentierung Milch zu Käse, Quark und Joghurt. Auch Tee, Kaffee und Tabak werden fermentiert, um Bitterstoffe loszuwerden. Auch Sauerkraut oder Kohl werden fermentiert und damit wertvoller und haltbarer. Bei der Fermentierung kommt es zur Gärung, also zu einem Prozess ohne Sauerstoff. Es werden Gerbstoffe abgebaut, Aromastoffe aufgebaut und schließlich auch Anti-Nährstoffe zerstört. Das Verfahren ist uralt, findet sich in unserer Haushalten jedoch nicht mehr allzu häufig.

Auswirkungen auf unser Mikrobiom

Wir Menschen besitzen, wie andere Lebewesen viele kleine Helfer in unserem Darm. Die Vorstellung gefällt dir eventuell nicht, aber auch dein 500 qm großer Darm steckt voll mit kleinen Helfern, ohne die wir unsere Nahrung nicht verdauen könnten.

p

Information

Wir besitzen 10-mal so viele Bakterien wie Körperzellen, also 100 Billionen Bakterien in unserem Darm!

Wir sollten unsere kleinen Freunde gut pflegen. Das Mikrobiom beeinträchtigt viele Schlüsselfunktionen im Organismus und ist damit essentiell für eine langfristige Gesundheit. Eine ausbalancierte Darmflora fördert die Verdauung, die Nährstoffaufnahme, reguliert unser Immunsystem, beeinflusst Stimmung und Gehirnfunktion und produziert essentielle Nährstoffe. Sogar beim gesunden Abnehmen und Gewichtsmanagement hilft ein stabiles Mikrobiom. Zudem entstehen durch die Mikroflora auch B-Vitamine und Vitamin K.

Vermeiden einer Darmdysbiose

Von Darmdysbiose spricht man, wenn die Darmflora entschieden gestört und verändert ist. Als beteiligter Faktor für viele Erkrankungen wird nach neueren Erkenntnissen eine Darmdysbiose verantwortlich gemacht. Dabei finden sich in verschiedenen Bereichen des Magen-Darm-Traktes falsche Bakterien wieder. Diese Missstände können unser Immunsystem empfindlich stören, führen zu Reizdarm und können den Darm langfristig angreifen. Dabei entsteht ein durchlässiger Darm, der wiederum Entzündungen im Körper verstärkt. Eine Überwucherung von E.Coli Bakterien, gram-negativer Bakterien und pathogenen Pilzen wirkt sich zum Beispiel negativ auf unseren Darms aus. Eine chronische krankhafte Besiedlung des Darms führt zu verschiedenen Symptomen, die auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang zueinander zu stehen scheinen. Dazu gehört zum Beispiel chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, chronisch kalte Hände und Füße, Verstopfung und Durchfälle, Blähungen, Nahrungsintoleranzen und weiter Hautausschläge, allergische Reaktionen Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen.

Antibiotika und falsche Ernährung fördern Fehlbesiedlung im Darm

Durch den Konsum von Antibiotika werden leider nicht nur die schädlichen Krankheitserreger zerstört, sondern die gesamte Darmflora wird negativ gestört. Leider gibt es Bakterienstämme, die resistenter sind als andere Bakterien, sich dann rasant vermehren. Bestimmte Bakterien-Stämme verschwinden, andere Stämme überwuchern. Zudem führt eine getreidereiche Ernährung zur Überwucherung bestimmter Bakterien und Hefe-Pilzen. Hohe Mengen an stärkehaltigen Kohlenhydraten sind für die Ausbreitung eines einseitigen Mikrobioms ein gefundenes Fressen. Der Mix aus Schädigung der Darmflora und einseitiger Bakterienbesiedlung kann langfristig zu größeren Gesundheitsproblemen führen. Entzündungskrankheiten, Bluthochdruck, Arteriosklerose und Adipositas werden mit einer einseitigen Darmflora in Verbindung gebracht.

Die Darmflora aktiv aufbauen und unterstützen

Mit einer breit gefächerten Darmflora lebt es sich besser und gesünder. Um diese aufrecht zu erhalten, solltest du sehr sparsam mit Antibiotika umgehen. Dazu ist eine ursprüngliche, ballaststoffreiche Paleo Ernährung mit viel Wurzelgemüse, Früchten, grünem Gemüse und Nüssen die beste Option. Menschen, die sich so ernähren zeigen eine bunte Darmflora und sind gesünder als Menschen, die sich “normal” ernähren (Studie). Außerdem nimmt man heute an, dass eine gesunde Darmflora helfen kann, die Gewichtsabnahme zu erleichtern (Studie). Hier wird die Forschung meiner Meinung nach in den nächsten Jahren noch viele erstaunliche Erkenntnisse machen. Es bleibt spannend!

Probiotische Erzeugnisse unterstützen eine gesunde Darmflora

Es gilt also den Darm und seine Flora aktiv zu unterstützen, um deine Gesundheit zu optimieren und dich beim Abnehmen zu unterstützen. Das gelingt mit Hilfe von Probiotika, die wir in fermentierten Nahrungsmitteln finden.

Die besten Probiotika finden wir hier:

  • rohes, unpasteurisiertes Sauerkraut (selbstgemachtes Sauerkraut)
  • fermentiertes milchsaures Gemüse (Kimchi, Saure Gurken)
  • Fermentierter Tee (Kombucha)
  • Milchsaure Chutneys, Salsas und andere Würzsaucen
  • Wasserkefir
  • Kokos-Kefir

Wer seinen Darm aktiv unterstützen möchte, der sollte diese Produkte mehrfach in der Woche auf seinem Speiseplan haben. Bei einem bereits bestehenden Krankheitsbild, kann es auch Sinn machen täglich Probiotika, verteilt in kleinen Mengen über den Tag, aufzunehmen.

Hier ein super Interview mit Anleitung zum Herstellen von Sauerkraut vom Paleourgestein Felix Olschewski:

Rezept: Kimchi

Die asiatische Variante und super flexibel in der Küche einsetzbar: die Rede ist von Kimchi.
Kimchi wird traditionell wie Sauerkraut als Vitamin-C-Speicher für den Winter eingemacht. In Korea wird Kimchi zu fast jeder Mahlzeit gegessen.

kimchi rezept
Kimchi
Rezept drucken
Stimmen: 0
Bewertung: 0
Sie:
Bitte bewerte das Rezept!
Portionen Vorbereitung
1 Person 100 Minuten
Kochzeit Gesamtzeit
0 Minuten 100 Minuten
Portionen Vorbereitung
1 Person 100 Minuten
Kochzeit Gesamtzeit
0 Minuten 100 Minuten
kimchi rezept
Kimchi
Rezept drucken
Stimmen: 0
Bewertung: 0
Sie:
Bitte bewerte das Rezept!
Portionen Vorbereitung
1 Person 100 Minuten
Kochzeit Gesamtzeit
0 Minuten 100 Minuten
Portionen Vorbereitung
1 Person 100 Minuten
Kochzeit Gesamtzeit
0 Minuten 100 Minuten
Zutaten
Portionen: Person
Anleitungen
  1. Schneide den Kohl in ein Viertel in der Längsrichtung und entferne die Kerne. Schneide danach den Kohl in ca. 5cm breite Streifen. Anschließend wird alles in einer großen Schüssel mit dem Salz vermischt. Benutze deine Hände, um das Salz in den Kohl zu massieren, bis es beginnt zu erweichen. Füge genug Wasser hinzu, um den Kohl zu bedecken. Lege dann einen Teller auf die Schüssel und beschwere den Teller mit einem schweren Gegenstand. 1 Stunde stehen lassen.
  2. Spüle den Kohl unter kaltem Wasser ab und lasse ihn in einem Sieb 15 Minuten abtropfen. Wiederhole diesen Schritt zwei weitere Male.
  3. Nun kannst verrührst du in einem weiteren Behältnis Knoblauch, Ingwer, Honig, Fischsauce und die koreanischen Chilliflocken zu einer Sauce. Danach stellst du die Paste für später beiseite.
  4. Presse das restliche Wasser aus dem Kohl und lege es in die große Schüssel zurück. Füge den Winterrettich, die Schalotten und die frisch gemachten Paste hinzu. Mische alles glündlich mit den Händen um die Paste in das Gemüse zu arbeiten.
  5. Gebe nun das Kimchi in ein Einmachglas und drücke es nach unten sodass das Gemüse komplett mit der Flüssigkeit bedeckt ist. Danach das Gefäß mit einem Deckel abdichten.
  6. Anschließend das Glas bei Raumtemperatur 2-5 Tage stehen lassen. Es fermentiert jetzt. Einmal am Tag solltest du das Glas öffnen und das Gemüse nach unten drücken, sodass es immer unter der Flüssigkeit ist. Es kann nach 2-3 Tagen auch probiert werden. Jeder mag sein Kimchi "mehr oder weniger" reif. Wenn es dir schmeckt, kannst du die Gläser in den Kühlschrank stellen.

Vitale Grüße

Unterschrift Christian

Christian Kollitsch
Physiotherapeut, Ernährungscoach, Jäger & Sammler

Erfahre mehr über mich

Hat dir der Artikel gefallen? Teile ihn jetzt auf ...

Weitere Artikel zum Thema Paleo Diät:

Der Superfood Hype: Sinn oder Unsinn?

Der Superfood Hype! Superfood verspricht einen hohen gesundheitlichen Mehrwert. Braucht die Paleo Ernährung überhaupt Superfood? Und wie wird Superfood eigentlich definiert? Was sind heimische Alternativen? Erfahre mehr!

mehr lesen

Saisonale Paleo Küche: Was kann man im September essen?

Mit dieser Artikelserie beschreibe ich welches Gemüse und Obst jeden Monat Hochsaison hat. Im Verlauf eines Jahres gibt es immer wieder saisonale Höhepunkte auf den Obst und Gemüsemärkten. Die Vorteile sich saisonal und möglichst auch noch regional zu ernähren liegen auf der Hand.

mehr lesen

Prinzip Paleo´s liebste Küchenexoten: Bananen

Die Banane belegt direkt hinter dem Apfel Platz 2. der beliebtesten Obst- und Gemüsesorten hierzulande. Sie gilt als „billiger“ Magenfüller, Energiespender für Sportler oder als Basis für Baby Brei, der für unter einem Euro das Kilo zu haben ist. Zu Recht?

mehr lesen

Jetzt kostenlos registrieren

Garantiert kein Spam!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.